Scheinbar Sport zweiter Klasse. Über die an stehende Handball-Europameisterschaft.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 31. Dezember 2019 (02:17)

Der Vergleich macht sicher: Während bei der anstehenden Handball-Heim-Europameisterschaft, die gemeinsam mit Norwegen und Schweden ausge tragen wird, knapp zwei Milliarden Zuschauer vor den Bildschirmen erwartet werden, sind es bei einer Ski-WM, DEM Top-Event für alle österreichische Sportfans, deutlich weniger.

Dennoch werden im Jänner, wenn es losgeht, nicht einmal alle Vorrundenpartien der Österreicher in ORF eins übertragen werden, schon gar nicht im Hauptabendprogramm – ganz im Gegensatz zum Ski-Weltcup, wo jedes Weltcuprennen aus dem hintersten Winkel Nordamerikas stundenlang live übertragen wird. Ein Umstand, der nicht nur dem Korneuburger Peter Karas, seines Zeichens Leiter des Pressezentrums in Wien, sauer aufstößt.

Klar, wir sind eine Ski-Nation und werden es wahrscheinlich immer bleiben. Und solange das Interesse bestehen bleibt, wird sich daran nichts ändern: König Fußball, der Wintersport und dann lange nichts – das ist die Rangliste des rot-weiß-roten Sports. Das liegt nicht nur an der Liebe zu den Sportarten, sondern auch an den Zuschauerzahlen, die sie versprechen. So traurig es klingt, so wahr ist es auch: Handball ist und bleibt, zumindest für das Free-TV, ein Sport zweiter Klasse.