Politik verlässt sich auf Wähler. Michaela Höberth über die angespannte Polit-Stimmung in Stockerau.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:00)

Drei Jahre sind seit den Gemeinderatswahlen vergangen. In der Stockerauer Politik hat man jedoch das Gefühl, als wären sie erst gestern gewesen: Die Wunden, die man sich damals zugefügt hat, sind noch immer tief. Die Parteien können sich die Entscheidungen, die getroffen wurden, nicht verzeihen. 2015 ist die Stadtpolitik persönlich geworden, und das ist sie seither auch geblieben.

Dass Animositäten auf Dauer auf Kosten der Stadt gehen, liegt auf der Hand: Gute Ideen werden abgelehnt, dem Gegenüber will man nichts vergönnen. Die vielfach geforderte Zusammenarbeit wird von keiner Seite ehrlich gelebt. Hinzu kommt, dass die Parteien mit ihren ungewohnten Rollen zu kämpfen haben. Was es also mehr als alles andere bräuchte, wäre ein unverfänglicher Rahmen, in dem man wieder lernt, einander in die Augen zu schauen.

Hier hat die SP-Stadtleitung mit der Einstellung gemeinsamer Feierlichkeiten wichtige Brücken abgebrochen. Die tiefen Gräben zu überwinden, wird mit jedem Tag schwerer. Die Aufgabe, eine Lösung zu finden, wird auf die Wähler geschoben.