Schwarzer Peter bleibt bei Stadt. Michaela Höberth über das Verfahren gegen die Hypo.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 24. Juni 2014 (07:16)

Eigentlich hätten die Zinsswaps der Stadt Stockerau als Absicherung gegen steigende Kreditzinsen dienen sollen. Doch der Schuss ging nach hinten los: Im Endeffekt brachten die Geschäfte einen Verlust von 2,9 Millionen Euro.

Nur zu gerne hätte man die Verantwortung dafür auf die Hypo abgewälzt. Man sei falsch beraten worden, hieß es. Eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft hat jedoch ergeben: Die Bank hat nicht nur ausreichend informiert, sondern mehr, als sie müsste.

Was lässt sich daraus schließen? Dass man leichtfertig gehandelt hat, sollte man keinem der Stadtpolitiker unterstellen. Dass es den Verantwortlichen möglicherweise an Fachkenntnis fehlt, trifft wohl eher zu. Bürgermeister Helmut Laab hat es gegenüber der NÖN selbst gesagt: „Gerade im Finanzwesen gibt es so viele Gebiete, da kann man sich nicht überall auskennen.“

Wie hätte dann der Aufsichtsrat, der im Wesentlichen aus Politikern besteht, darüber urteilen sollen? Vielleicht wäre eine Neustrukturierung der KIG, wie sie die Grünen fordern, doch hilfreich – vor allem im Sinne der Beteiligten.