Erstellt am 11. Januar 2017, 04:49

von Veronika Löwenstein

Und die Politik schaut hilflos zu. Veronika Löwenstein über den langsamen Abschied der Traditionsbetriebe in Stockerau.

Die Hiobsbotschaft ereilte die Xylem-Mitarbeiter ohne Vorwarnung: Am Montag wurden sie wieder nach Hause geschickt, 80 stehen jetzt ohne Arbeit da.

Die größte Befürchtung der Österreicher 2017 – die Sorge um den Job – ist für viele langjährige Mitarbeiter schon Anfang Jänner zur traurigen Realität geworden. Nach Saint-Gobain Isover verabschiedet sich das zweite weltweit agierende Unternehmen zumindest scheibchenweise vom Stockerauer Standort.

Zur Erinnerung: Isover hat Ende 2015 seine Glaswolleproduktion in Stockerau eingestellt, 70 Stellen wurden abgebaut. Die einstige Industriestadt verliert sukzessive ihre Vorzeigebetriebe. Und die Politik schaut hilflos dabei zu, wenn Konzerne den Jobabbau mit „Umstrukturierungsmaßnahmen“ begründen. Wenn es um Gewinnmaximierung geht, bleibt der einzelne Arbeitnehmer im globalen Wettkampf auf der Strecke.

Dabei hatte es im Jahr 2009 noch so schön ausgeschaut, als die Firma – damals noch Vogel Pumpen – ihr 100-jähriges Bestehen feierte. Damals wurde der Stab langjähriger Mitarbeit als Garant für den Erfolg gefeiert. Seit Montag wissen sie, was sie wirklich wert sind.