Wirklich die besten Köpfe?. Über die Risiken des Vorzugsstimmen-Systems.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:31)

Die Korneuburger ÖVP hat bei der Gemeinderatswahl ein eigenes Vorzugsstimmen-System verfolgt - mit halben und ganzen Punkten. 6.545 abgegebene Stimmen gab es in der Stadt, aber mehr als doppelt so viele Stimmzettel. Die nicht-amtlichen Stimmzettel haben das Auszählen zu einer Herkules-Aufgabe für alle Beteiligten gemacht. Es liegt auf der Hand, dass ein System, bei dem Vorzugsstimmen für mehrere Kandidaten abgegeben werden können, fehleranfällig ist. In Korneuburg gab es bei drei Zählvorgängen immer wieder Verschiebungen. Diese waren zwar marginal, trennten die Korneuburger NEOS aber nur ganz knapp vom zweiten Mandat.

Grundsätzlich muss man sich fragen, ob mittels Vorzugsstimmen immer die besten Köpfe in die Gemeinderäte gewählt werden oder die mit dem größten Bekanntenkreis? Decken die Vorzugsstimmenkaiser dann auch alle Fachbereiche ab? Insofern birgt das System, wenn man es ehrlich verfolgt, mehr Risiken als nur die Auszählung.