67-Jähriger verließ trotz Verbot das Haus. 67-Jähriger fasst bedingte Strafe aus, weil er trotz Quarantänebescheid einkaufen ging.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 17. September 2020 (11:07)
APA (Symbolbild)

Weil er nicht in Quarantäne geblieben ist, landete ein 67-jähriger Korneuburger vor dem Richter. Der Mann hatte am 4. Mai einen Absonderungsbescheid von der Bezirkshauptmannschaft erhalten, weil er nach einem Spitalsaufenthalt positiv getestet worden war. Am 9. Mai ging er trotzdem Lebensmittel einkaufen. Dabei wurde er anonym angezeigt.

Er sei kein Koch, gehe meistens essen, erklärte der Angeklagte. „Und dann hatte ich plötzlich Panik, weil ich nichts zu essen daheim hatte.“ Daraufhin habe er sich eine Mund-Nasen-Maske geschnappt und das Haus verlassen. Mehrmals war der Pensionist heuer wegen Vorhofflimmern schon im Spital, deshalb habe er in Panik die Verfehlung begangen, lautete seine Rechtfertigung.

Richter Manfred Hohenecker erinnerte andie Generalprävention.
Hahslinger

Richter Manfred Hohenecker stellte klar, dass schon generalpräventiv keine Diversion möglich sei. Er erinnerte an die drakonischen Strafen, die Gerichte bereits für ähnliche Vergehen verhängt haben. Hohenecker zeigte aber auch „Verständnis für die Zwangslage“, in der sich der Angeklagte befunden habe.

Das Urteil – drei Monate bedingt auf drei Jahre – ist bereits rechtskräftig.