Aktion Herzenswünsche: Wenn Wünsche zu Tränen rühren. Korneuburger erfüllten 150 Wünsche. Bei der Bilanz-Präsentation machten zwei Fälle besonders betroffen.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 29. Januar 2020 (04:55)
Wollen die Spenden-Aktion im nächsten Jahr fortführen: Martin Litschauer (Caritas), Ingeborg Wingelhofer und Natalie Mayer (Sparkasse), Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser und Christiana Rautner (Pfarrcaritas).
Löwenstein

Das Spenden-Projekt „Korneuburger Herzenswünsche“ fand heuer zum zweiten Mal in der Adventzeit statt. Es wurden nicht nur 150 Wünsche erfüllt, die Initiative von Sparkasse und Stadtgemeinde machte auch die Armut in beklemmender Weise sichtbar.

Die Wünsche wurden allesamt von den Hilfsorganisationen übermittelt und als Briefchen auf die Christbäume an drei Standorten in der Stadt gehängt. Dort konnten sie von den Korneuburger Bürgern „gepflückt“ und erfüllt werden. 90 Wünsche wurden alleine von der Caritas-Sozialberatung übermittelt. Dort konzentriert man sich in der alltäglichen Unterstützung auf Lebensbedarfs- und Wohnkosten.

Die Hilfsorganisationen waren beeindruckt, wie kunst- und liebevoll die Spenden-Geschenke verpackt wurden.
Sparkasse

Für extra Geschenke sei da einfach kein Platz, erzählt Caritas-Mitarbeiter Martin Litschauer. Umso schöner sei die Freude der Menschen, erinnert er sich an einen konkreten Fall: Eine alleinstehende, kranke Mindestpensionistin hatte sich Lebensmittelgutscheine gewünscht. Gekommen sei ein Packerl mit einer kleinen Aufmerksamkeit und einer Karte mit persönlichen Wünschen. „Die Frau war tief betroffen über das liebevolle Geschenk“, berichtet er von der Übergabe, „sie hat geweint, dass jemand Fremder an sie denkt.“

Die Geschenke sind mit 30 Euro limitiert. In erster Linie wurden Lebensmittelgutscheine, Kleidungswünsche, Babynahrung, Spielzeug oder Bücher gewünscht. „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Armut es gibt“, weiß auch ÖVP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser aus ihrer Erfahrung im Wohnungsausschuss.

Auch Christiana Rautner von der Pfarrcaritas war von einem Fall besonders gerührt. Kinder einer Korneuburger Familie hatten sich Spielzeug vom Christkind gewünscht – ein Wunsch, der aus finanziellen Gründen nicht erfüllt werden konnte, sonst wäre kein Geld für die Kinderbekleidung übrig geblieben. „Die Kinder hätten sonst nichts zum Anziehen gehabt“, führt Rautner vor Augen. Schließlich gab es eine Oma, die die Puppenwünsche doch noch erfüllte.

Den beiden Fallbeispielen lauschte auch Sparkassen-Vorstandsdirektor Armand Drobesch tief betroffen: „In unserer Gesellschaft ist Armut noch immer ein Stigma. Da müssen wir uns alle an der Nase nehmen, Armut ist keine Schande.“

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