FPÖ über 2G-Regel im Florian Berndl-Bad erbost

FPÖ ortet in Entscheidung, nur Geimpften und Genesenen den Zutritt ins Hallenbad zu gewähren, eine "Zweiklassengesellschaft". Man wolle sich als "sicheres Bad" positionieren, kontert der ÖVP-Bürgermeister.

Erstellt am 21. September 2021 | 11:02
Berndlbad
Foto: NÖN

Seit 11. September gilt für den Besuch des Hallenbads im Florian-Berndl-Bad die 2G-Regel. Das heißt, nur Geimpften oder Genesenen ist der Zutritt erlaubt, ausgenommen sind Kinder unter zwölf Jahren und Schüler im Rahmen des Schul-Schwimmunterrichts. Diese Entscheidung sorgt gehörig für Kritik, vor allem vonseiten der FPÖ. Bad-Geschäftsführer Ulf Seifert begründet die Maßnahme mit rationalen Überlegungen: „Wir haben stark steigende Corona-Zahlen. Was wir brauchen, ist ein sicheres Angebot, das möglichst die ganze Saison hält.“

Der Korneuburger FPÖ-Mandatar Hubert Keyl sorgt sich vor allem um Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren, die das Bad selbst mit negativem Test nicht mehr besuchen dürfen. In der Gemeinderatssitzung forderte er mittels Dringlichkeitsantrag deshalb die Abschaffung der 2G-Regel.

„Gerade bei Jugendlichen und Heranwachsenden ist Sport für eine gesunde Entwicklung notwendig“, begründete er, zumal sich die Teststrategie bewährt hätte.

Impfstatus darf nicht über das Hobby von Kindern entscheiden

Dass gesunde, aber ungeimpfte Kinder ab dem zwölften Lebensjahr nicht ins Hallenbad dürfen, setzte FPÖ-Landtagsabgeordnete Ina Aigner in ihrer Funktion als FPÖ-Gesundheitssprecherin mit einer Stigmatisierung und Brandmarkung für all jene gleich, die sich dem Impfdruck nicht beugen. Sie spricht dezidiert von einer Zweiklassengesellschaft. „Der Impfstatus darf nicht über das Hobby von Kindern entscheiden“, ist sie der Meinung.

„Wir positionieren uns als sicheres Bad“, verteidigte ÖVP-Bürgermeister Christian Gepp die Regelung im Gemeinderat. Unterstützung erfuhr der FPÖ-Antrag, der es einstimmig auf die Tagesordnung schaffte, von den NEOS und Teilen der SPÖ. „Ich bin eine Verfechterin der Impfung, aber ich würde meine zwölfjährige Tochter auch nicht impfen lassen“, rechtfertige NEOS-Mandatarin Sabine Tröger ihre Zustimmung, „gerade in der Pandemie konnten sich Kinder und Jugendliche nur eingeschränkt bewegen.“ Grüne-Stadträtin Elisabeth Kerschbaum wiederum sah in einem Badbesuch kein „Grundrecht“ und erinnerte, „dass es auch andere Sportarten im Freien gibt“.

Obwohl der FPÖ-Antrag im Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt wurde, verständigte man sich darauf, dass Gepp nochmals Gespräche mit Bisamberg aufnehmen wird. Denn zuständig in der Sache ist der Bad-Beirat. Bis Redaktionsschluss am Montag war die 2G-Regel aktuell. Seifert verdeutlichte: Niemand hätte etwas davon, wenn man Saisonkarten oder Zehnerblöcke während einer 3G-Regelung verkauft und zwei Wochen später dann eine 2G-Regel gelte: „Was machen wir dann?“

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