Großer Jubel über Butter: Ein „spezieller“ Einkaufstag. In den Geschäften des Bezirks Korneuburg herrschte vergangenen Freitag Ausnahmezustand. Die Stimmung war aber gelöst.

Von Herwig Mohsburger und Veronika Löwenstein. Erstellt am 18. März 2020 (05:27)
Hamstern verbindet: In der Hofer-Filiale in Korneuburg gab es keine Klagen ob der langen Kassaschlangen, viele nahmen die leeren Regale mit Humor.
Löwenstein

Autoschlangen, volle Einkaufswägen, leere Regale – beim Einkaufszentrum in der Korneuburger Stockerauer Straße herrscht Freitagvormittag Ausnahmezustand. In der Fressnapf-Filale bildet sich eine lange Menschenschlange vor der Kasse, bei Bipa gibt es noch genau zwei Rollen – hochpreisiges – Klopapier.

Gelöste Stimmung in Hofer-Filiale

Was das Wort „Hamsterkauf“ bedeutet, kann man dann beim Diskonter Hofer erleben: Die Mitarbeiter kommen mit dem Einräumen der Regale nicht hinterher, Kunden schieben überfüllte Einkaufswägen durch die Gänge. Klopapier und Nudeln sind am Vormittag natürlich längst aus. Eine Kundin, die noch Milch und Butter im Kühlregal findet, freut sich wie ein kleines Kind über ihre beiden Errungenschaften.

Dennoch ist die Stimmung in der Hofer-Filiale gelöst. Das Einkaufen verläuft nicht so anonym wie an anderen Tagen, man wechselt das eine oder andere Wort. Die Angst vor dem, was uns noch erwartet, verbindet beim Hamstern. Manche nehmen es mit Humor: „Ich habe schon überlegt, ob ich Samen zum Anbauen kaufen soll“, scherzt ein Mann mit der Kassierin, „aber ich glaube, das hätte zu lange gedauert.“

Auch einige Kilometer weiter schlägt sich die Corona-Krise auf das Einkaufsverhalten nieder: Im G3 Shoppingcenter in Gerasdorf waren schon in der vergangenen Woche deutlich weniger Kunden zu sehen.

„Bezüglich Frequenzen merken wir, dass die Besucher natürlich verhaltener sind – leichte Rückgänge sind spürbar“, bestätigt auch Center-Managerin Funda Caglar. Events seien abgesagt worden, eine noch häufigere Reinigung und Desinfektion von hochfrequentierten Punkten im Center wie z.B. Rolltreppenhandläufen oder Türgriffen sei veranlasst worden.

Shop geschlossen und desinfiziert

Vergangenen Donnerstag gab es Berichte, wonach ein Shop geschlossen und desinfiziert wurde. Dies bestätigt Caglar: „Einer unserer Mieter hat uns über den Verdacht einer Infektion mit dem Coronavirus bei einem seiner Mitarbeiter informiert.“

Der Mitarbeiter wurde umgehend nach Hause geschickt. Parallel dazu seien durch den Mieter mögliche Infektionsketten und Kontakte des betroffenen Mitarbeiters nachvollzogen worden. Der Betrieb des Centers war laut Caglar aber in keiner Weise beeinträchtigt.