Grundwasser-Skandal:Keine Folgen für Behörden-Vertreter. Staatsanwaltschaft Wien hat Ermittlungen gegen BH-Mitarbeiter ad acta gelegt.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 08. September 2016 (05:00)
NOEN, Symbolbild

Eines der letzten Kapitel im Grundwasser-Skandal wurde im August abgeschlossen: Die Staatsanwaltschaft Wien hat die Ermittlungen gegen Vertreter der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg eingestellt. Das bestätigt Nina Bussek, Sprecherin der Wiener Staatsanwaltschaft, gegenüber der NÖN.

Pestizide gelangten in Grundwasser

Wie berichtet, hatten die damalige Umweltstadträtin Elisabeth Kerschbaum (Grüne) und die Bürgerinitiative Pro reines Wasser eine umfassende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Korneuburg eingebracht. Die Vorwürfe bezogen sich u.a. auf Versäumnisse bei der behördlichen Kontrolle des Pestizidherstellers Kwizda-Agro sowie bei der Aufdeckung und der Sanierung der Kontamination.

Jahrelang waren Pestizide durch das lecke Abwassersystem der Firma Kwizda ins Grundwasser gelangt. Kwizda-Mitarbeiter wurden dafür in einem Prozess im Jahr 2014 zu Geldbußen verurteilt.

"War nach Verfahren gegen Kwizda zu erwarten"

Die Ermittlungen gegen die Behördenvertreter dauerten bis jetzt an. Als Grund für die Verfahrenseinstellung nannte Bussek, dass die Voraussetzung der wissentlichen Amtsgewalt nicht gegeben gewesen wäre. Auch Fahrlässigkeit hätte man keine feststellen können.

Stadträtin Elisabeth Kerschbaum wundert das Ergebnis nicht: „Nach dem Verfahren gegen Kwizda war das zu erwarten. Das war fast klar, dass alle unschuldig sind. Da geht es um so viel Geld und keiner ist schuld“, ärgert sie sich über die Einstellung.