Hort sperrt im Herbst zu . SPÖ wirft ÖVP vor, den Kinderfreunde-Hort finanziell auszuhungern – für ÖVP eine „glatte Lüge“.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 22. Juli 2020 (05:45)
Kinderfreunde-Obfrau Karin Schuster-Zwischenberger und SPÖ-Vizebürgermeisterin Gaby Fürhauser sehen ,,schwarz“ für denKidspoint.
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Noch letzte Woche versicherte SPÖ-Vizebürgermeisterin Gaby Fürhauser im NÖN-Gespräch, dass der SPÖ-nahe Kinderfreundehort „Kids point“ trotz finanzieller Turbulenzen nicht schließen werde. Für jedes Kind würde es einen Platz geben, versprach sie. Man wolle sich noch mit allen Fraktionen absprechen, erwarte aber wegen der Urlaubszeit ein Ergebnis erst für Ende August.

Wenige Tage später folgte das Dementi: „Nach einem letztmaligen persönlichen Gespräch beim Bürgermeister, den wir vergeblich um finanzielle Unterstützung gebeten haben, sind die Kinderfreunde nun gezwungen, den Hort im kommenden Schuljahr zu schließen. Parteipolitik ist der ÖVP Korneuburg offenbar wichtiger als ein vielfältiges Angebot bei der Kinderbetreuung“, zeigt sich Fürhauser enttäuscht. Kinderfreunde-Obfrau und Gemeinderätin Karin Schuster-Zwischenberger sieht insbesondere ÖVP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser als treibende Kraft hinter dieser, wie sie sagt, „Polit-Posse“, da ihr der Kinderfreunde-Hort seit jeher ein Dorn im Auge gewesen wäre. „Die Stadt-ÖVP hat diese Kinderbetreuungseinrichtung einfach finanziell ausgehungert. So viel zum Thema Familienpartei ÖVP. Es ist beschämend, dass in Korneuburg derartig engstirnige politische Kleingeister am Werk sind, die selbst die Kinder für ihre Zwecke instrumentalisieren“, betont Schuster-Zwischenberger.

ÖVP-Vizestadtchefin Fuchs-Moser wirft der SPÖ das Verbreiten von „Unwahrheiten“ vor.
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Schwerer Tobak in Richtung ÖVP, vor allem aber an die Adresse von ÖVP-Vizebürgermeisterin. In Abstimmung mit Bürgermeister Christian Gepp (ÖVP), der gerade auf Urlaub weilt, und ÖVP-Bildungsstadtrat Stefan Hanke nimmt Fuchs-Moser zu den Vorwürfen Stellung. Die Vizestadtchefin macht aus ihrem Herz keine Mördergrube: „Was mich am allermeisten stört, ist Ungerechtigkeit. Verbreiten von Unwahrheiten, Verdrehen von Wahrheiten, um genau damit politisches Kleingeld zu machen. Eine Sache, wo es um Kinder geht, tatsächlich zu einer Polit-Posse verkommen zu lassen – das ist der Stil der SPÖ Korneuburg; der uns nicht neu ist, in dieser Intensität und Dreistigkeit jedoch überrascht er.“ Demnach hätte es seit 1. Juli keine Kontaktaufnahme seitens der Kinderfreunde gegeben, lediglich eine telefonische Ankündigung der Schließung.

„Und selbstverständlich“, so Fuchs-Moser, habe die Stadtgemeinde die Übernahme des Defizits nicht abgelehnt, schon alleine deswegen, da es keinen Kontakt gab. Im Übrigen wären die Förderungen für beide Horte, also den Kidspoint und jenen der Volkshilfe, gleich hoch. „Obwohl der Kidspoint durch die geringere Miete tatsächlich sogar noch mehr gefördert wird“, wie sie ergänzt.

Die finanziellen Turbulenzen haben für sie mehrere Gründe; zum einen die „Misswirtschaft“, denn: „Wo bleibt die Vereinsaufsicht bei den Kinderfreunden?“, fragt sich Fuchs- Moser; zum anderen zu wenig Enthusiasmus bei der Führung des Hortes, was Beschwerden der Eltern im pädagogischen Bereich zur Folge gehabt hätte. „Der Kidspoint-Hort muss nicht, sondern will schließen. Ein Grund könnte sein, dass man vielleicht zu wenige Betreuer hat“, vermutet sie.