Impfpflicht in Pflege: "Viele Fragen offen"

Erstellt am 21. Februar 2022 | 04:50
Lesezeit: 3 Min
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Noch sind nicht alle Fragen geklärt, was die Impfpflicht für ausländische 24-Stunden-Pflegekräfte bedeutet.
Foto: Bilderbox/Wodicka
Die Korneuburger Pflegeagentur „Gutbetreut.at“ übt Kritik, dass Unklarheit für ausländische Pflegekräfte herrscht.
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Am 5. Februar ist das Covid-19-Impfpflichtgesetz in Kraft getreten. Für Margit Hermentin von der Betreuungsagentur „Gutbetreut.at“ sind noch viele Fragen offen. Sie hat sich deshalb mit einem Fragenkatalog an den Gesundheitsminister gewandet, denn: „Wir möchten den Menschen Sicherheit geben.“

Vor zehn Jahren hat Hermentin die Agentur für 24-Stunden-Pflege in Korneuburg gegründet. Heute beschäftigt sie schon über 500 Mitarbeiter, vor allem aus der Slowakei. Da die Pflegekräfte 14 Tage bei den Kunden verbringen, sind sie dort auch nebengemeldet. Der Großteil ihrer Betreuerinnen ist geimpft, nur zwölf können oder wollen nicht geimpft werden. Andere haben in ihrem Heimatland den Sputnik- oder Sinovac-Impfstoff bekommen. Wieder andere haben Atteste ihrer Heimatländer zur Befreiung von der Impfpflicht.

Was diese Fakten konkret in Österreich bedeuten, ist für Hermentin ungeklärt. „Gilt die Impfpflicht für ausländische Personenbetreuer oder gilt die 3G-Regel?“, will sie nun vom Gesundheitsministerium wissen. Auch wie mit Personal zu verfahren ist, das mit einem nicht in Österreich zugelassenen Impfstoff immunisiert wurde, will die Geschäftsführerin wissen. Ob Atteste aus dem Ausland gelten oder eine Bestätigung durch einen österreichischen Amtsarzt notwendig ist, sei ebenfalls nicht geklärt.

Für die Pflege-Expertin sind Antworten auf diese Fragen essenziell, denn sie würden nicht nur die Betreuer, sondern auch die betreuten Personen und deren Angehörigen betreffen. Oft entwickeln sich enge Beziehungen zwischen Pfleger und betreuter Person. „Da heißt es dann: Der Opa will niemanden anderen“, schildert sie.

Sinovac ist anerkannt, Sputnik noch nicht

Robert Pozdena, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung der Wirtschaftskammer NÖ, beschäftigt seit Wochen kein anderes Thema.

„Zum Teil sind die Fragen schon geklärt“, erklärt er im NÖN-Gespräch. Man versuche, die Mitglieder in wöchentlichen Newslettern auf dem Laufenden zu halten, betont er. Mittlerweile sei jedenfalls klar, dass die Impfpflicht auch für ausländische Pflegekräfte, die im zentralen Melderegister aufscheinen, gelte.

„Das steht explizit im Gesetz“, verweist er. Nicht ganz so eindeutig ist die Frage der Impfstoffanerkennung: Während es für Sinovac bereits grünes Licht gibt, kämpfe man vonseiten der Standesvertretung „mit Hochdruck“ um die Anerkennung von Sputnik. Ausländische Impfbefreiungen seien noch nicht anerkannt, aber auch hier fordert die Wirtschaftskammer die Anerkennung von Attesten, die in deutscher oder englischer Sprache verfasst sind.

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