Kritik an ÖBB-„Hilfe“: Geschenk im Zug vergessen

Nachdem er sein Weihnachtsgeschenk im Zug vergessen hatte, bemühte sich ein Korneuburger Fahrgast um Hilfe der ÖBB – vergebens.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:22
Lesezeit: 2 Min
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Im Zug vergaß ein Fahrgast seine Weihnachtsgeschenke. Der Schalter am Bahnhof Korneuburg war geschlossen, auch seitens der ÖBB fühlt er sich im Stich gelassen.
Foto: Bernhard Preineder

Traurige Weihnachten wurden es heuer für einen Korneuburger (Name der Redaktion bekannt). Er hatte für seine Gattin in Wien eine Ledertasche samt dazu passendem Portemonnaie gekauft und diese im Zug vergessen. Daraufhin begann eine Odyssee mit den ÖBB.

Gleich nach dem Ausstieg am Korneuburger Bahnhof bemerkte der Fahrgast das Malheur. Der Personenschalter war zu diesem Zeitpunkt wegen der Mittagspause gerade erst seit drei Minuten unbesetzt. Ein Anruf eine Minute später bei den ÖBB, mit der Bitte, sich mit der Zugsmannschaft in Verbindung zu setzen, um die Geschenke zu sichern, wurde mit der Begründung, dass das nicht möglich sei, eine Absage erteilt.

Man riet ihm, sich an das ÖBB-Service Lost&Found zu wenden. Diese Hotline war allerdings lediglich von 14 bis 16.30 Uhr besetzt. Ein Anruf erwies sich dann als wenig hilfreich, eine Verlustmeldung musste ausgefüllt werden. Er werde dann gegebenenfalls informiert. Es bestehe ja die Möglichkeit, dass der Schaffner die Tasche findet oder dass sie vielleicht auch im Zuge der Reinigung auftaucht.

Nur automatisch generierte Mail

Nach drei Tagen erhielt er eine automatisch generierte Mail, dass man die Tasche nicht gefunden hätte – und am 24. Dezember, dem Heiligen Abend, eine weitere generierte Mail mit der Conclusio, dass es aufgrund der Erfahrungen nach zehn Tagen kaum mehr zu erwarten wäre, den Verlustgegenstand noch zu finden.

„Ich hatte nicht das Gefühl, dass man wirklich helfen wollte. Man wird lediglich mit generierten Sätzen abgespeist“, ärgert sich der Fahrgast und fügt hinzu: „Empathie scheint hier ein Fremdwort zu sein.“

Die NÖN fragte bei den ÖBB nach, ob es tatsächlich keine andere Möglichkeit gab, dem Fahrgast zu helfen, zumal der Verlust ja sofort bemerkt wurde. ÖBB-Sprecher Christopher Seif bedauert, dass er aufgrund der Urlaubszeit die Verantwortlichen zwecks Stellungnahme noch nicht erreichen konnte. Er versprach aber, der Sache nachzugehen.

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