Kritik an Stadtentwicklung: „Gibt kein Konzept“

Renate Rosenegger, die für die Grünen im Gemeinderat Korneuburg saß, äußert ihre Unzufriedenheit. ÖVP-Bürgermeister Christian Gepp kontert.

Erstellt am 06. Dezember 2021 | 05:06
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8242663_kor48stadtkor_schaumannpark.jpg
Der Schaumannpark ist einer der Kritikpunkte von Renate Rosenegger.
Foto: Michaela Höberth

Die Stadtentwicklung, Verbauung und Bodenversiegelung sieht die ehemalige Grünen-Gemeinderätin Renate Rosenegger mit großer Besorgnis: „Ich habe seit Längerem den Eindruck, dass es in Korneuburg kein Stadtentwicklungskonzept gibt, das den Anforderungen an eine gesunde Stadt für künftige Generationen gerecht wird.“

Anzeige

Rosenegger kontaktierte alle Gemeinderäte, allerdings gab es – bis auf jene der Grünen – keine Rückmeldungen. Nun veröffentlichte sie ihr Schreiben auch auf Facebook und erhielt dafür große Zustimmung.

Als Beispiele nannte Rosenegger den Schaumannpark: „Hat sich da irgendjemand etwas überlegt?“ Oder aber auch den neuen Kreisverkehr am Ring: Eine Seite ist für Fußgänger komplett gesperrt, sie müssen sich dann ihren Streifen noch mit Radfahrern teilen. Dies würde den motorisierten Verkehr bevorteilen, meint sie.

Gepp: „Gibt laufend Abstimmungen“

So auch auf dem Hauptplatz, wo dem Parkraum für Pkws mehr Platz zur Verfügung stehen würde als den Menschen.

Man solle doch bitte Experten zurate ziehen, appelliert sie: „Als Bürgerin stehe ich der Korneuburger Raumplanungspolitik hilflos und ohnmächtig gegenüber und würde mir wünschen, dass alle Parteien und vor allem auch die Bürger mehr einbezogen werden. Die Bürgerbeteiligung müsste aufgewertet und ernster genommen werden.“ Roseneggers Conclusio: Alle Parteien sollen sich auf eine städtebauliche Beratung einigen können.

Das lässt ÖVP-Bürgermeister Christian Gepp so nicht gelten: „Fachlich wurde ihr E-Mail zum Schaumannpark von der Abteilung beantwortet, unter anderem auch, was die neuen Radwege und die Erhöhung der Sicherheit betrifft.“

Betreffend Stadtentwicklung setze man auch auf externe Fachleute, sowohl für die Raumordnung als auch für den Verkehr. Gepp: „Gerade hier wurde in den letzten Jahren massiv auf Radwege gesetzt.“

So wurde ein Mobilitätskonzept mit der ÖBB vereinbart und damit auch schon begonnen. Es würde laufend Abstimmungen mit allen Fraktionen geben, kontert er, und er gibt Rosenegger einen Rat: „In der Bürgerbeteiligung sind alle Fraktionen vertreten, hier kann man gerne in den unterschiedlichsten Lebensbereichen seinen Input einbringen und diskutieren. Als ehemalige Gemeinderätin ist sie mit den Abläufen wie Ausschüssen, Einbringung von Vorschlägen sehr gut vertraut.“