Postverteilerzentrum: Die Stadt fordert Infos ein. Mit einem dürren Briefchen antwortete die Post erstmals auf Fragen zum Projekt. Ein neuerlicher Versuch, an mehr Informationen zu kommen, scheiterte abermals.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 11. September 2017 (08:10)
NOEN, privat
Bürgermeister Christian Gepp.

Lange hat es gedauert: Nach mehrmaligen Versuchen reagierte die Post auf Anfragen der Stadt zum geplanten Postverteilerzentrum. Für VP-Bürgermeister Christian Gepp war das aber nur eine Alibi-Aktion, die bereits Bekanntes in neue Worte kleidete: Man warte auf die Entscheidung bezüglich der Widmung durch das Land und wolle dann auch weitere Fragen beantworten.

Mangelnde Kommunikation stößt auf Kritik

„Auf mein Ersuchen um eine Projektpräsentation gab es aber wieder keine Antwort“, berichtete Gepp in der Gemeinderatssitzung. Nicht nur von der ÖVP, sondern auch von den anderen Fraktionären – mit Ausnahme der FPÖ, die sich strikt gegen das Zentrum ausgesprochen hat, ohne einen Grund dafür zu nennen – wurde die mangelnde Information sowohl vonseiten der Post als auch der Gemeinde Langenzersdorf kritisiert.

Gepp wollte deshalb die Meinungen der Fraktionäre ausloten. SPÖ-Vizebürgermeister Thomas Pfaffl sagte eine Zu- oder Absage erst dann zu, wenn man mehr darüber wisse. Er sprach sich in diesem Zusammenhang für einen Kreisverkehr aus, der aber laut Experten des Landes technisch nicht möglich wäre. Die Mobilitätsbeauftragte Elisabeth Kerschbaum (Grüne) ist skeptisch: „Die Post behauptet, CO -neutral zu sein. Mit welchen Maßnahmen sie das erreichen will, verschweigt sie aber.“

Kerschbaum spricht dabei von „Worthülsen, um der Post ein ,grünes Mascherl‘ zu geben“. Zu Anfragen bezüglich Zahlen und Konzept wäre außer einer allgemeinen Studie nichts gekommen. Man einigte sich darauf, dass man noch einmal im Namen aller Fraktionen versuchen sollte, Antworten seitens der Post zu den offenen Fragen zu bekommen. Vorgeschlagen wurde zudem, Konzernsprecher der Post nach Korneuburg zu einer Präsentation einzuladen.

„Die Post behauptet, CO -neutral zu sein. Mit welchen Maßnahmen sie das erreichen will, verschweigt sie aber.“ Elisbeth Kerschbaum

Seitens Langenzersdorf ist man sich keiner Schuld bewusst. „Wir haben nicht mehr Informationen als Korneuburg. Derzeit können wir vorerst nur abwarten, wie das Land bezüglich der Umwidmung entscheidet.“ Zur Information: Sollte das Land die Frist, die in den nächsten Wochen endet, verstreichen lassen, so gilt die Umwidmung in Logistik als genehmigt.