Lehrlinge suchten „Kick“ bei Straftaten. Mit Einbrüchen und Spritztouren in geklauten Fahrzeugen vertrieben sich Zöglinge des Landesjugendheims ihre Langeweile.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 08. Februar 2017 (05:00)
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Eine Vielzahl an Straftaten gehen auf das Konto von Zöglingen des Landesjugendheims in Korneuburg: unbefugt Fahrzeuge in Betrieb genommen, Kennzeichen abmontiert und weggeworfen, Einbrüche in Keller, Lokale und Firmenareale im Raum Korneuburg und Sachbeschädigungen (eine Wand der HAK Korneuburg und Güterwaggons der ÖBB mit Graffitis besprüht).

Knochen aus Särgen geholt

Für besonderes Entsetzen und Aufsehen sorgten drei Zöglinge, die, angeregt von der TV-Serie „Supernatural“, als Mutprobe am Korneuburger Friedhof zwei Särge aus einer Gruft hoben und Knochen herausholten. Der Haupttäter, ein 18-Jähriger aus dem Bezirk Krems, wurde bereits verurteilt (drei Jahre Gefängnis wegen Vergewaltigung, Grabschändung sowie zahlreicher Eigentumsdelikte).

Für die beiden Grabschänder-Helfer (ein 19-Jähriger aus dem Bezirk Melk und ein 15-Jähriger) hieß es nun, vor Gericht Rede und Antwort zu stehen. Die Anklagebank teilte sich das Duo mit vier weiteren Lehrlingen (zwei Korneuburger und zwei 16-Jährige aus dem Industrieviertel), die sich an Einbrüchen, unbefugten Inbetriebnahmen und Sachbeschädigungen beteiligt haben.

"Mit Straftaten Langeweile vertreiben"

In den Abendstunden habe man nichts mit sich anzufangen gewusst und sich dann mit Straftaten die Langeweile vertrieben, gestanden die Beschuldigten kleinlaut.

Für die bislang unbescholtenen Burschen setzte es je nach Beteiligung Bewährungsstrafen zwischen zwei und neun Monaten. Rechtskräftig.