Letzte Ehre für "Problembaum" . Die Stadt Korneuburg bleibt ihrer Philosophie, dass alte und kranke Bäume als Christbäume verwenden werden, treu - ganz ohne „kosmetische“ Eingriffe.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 19. November 2020 (15:42)
privat

Für ausreichend Gesprächsstoff sorgt schon jetzt der Weihnachtsbaum, der wie letztes Jahr wieder ein Problembaum ist - sprich, er ist etwas unförmig. Ab dem ersten Adventwochenende soll er dann in einem neuen Glanz erstrahlen, der all seine Mängel vergessen lässt.

Dabei handelt es sich um eine 51-jährige Silberfichte aus privatem Besitz. Der Baum wurde vom Stadtservice und der Feuerwehr Korneuburg mit Hilfe eines Krans aus dem Garten der Familie Wayssmair abgeholt. Dort wurde er einst anlässlich der Geburt der Tochter gepflanzt.

51 Jahre lang wurde die Fichte liebevoll gehegt und gepflegt. Aber auch wenn der Abschied schwerfiel, es musste sein: Der Baum, der Jahrzehnte lang Wind und Wetter trotzte und als beliebter Schattenspender fungierte, musste umgeschnitten werden, denn er wurde langsam morsch.

Die Familie meldete sich bei der Stadtgemeinde Korneuburg und wollte ihrer Fichte noch eine schöne Bestimmung für den Abschluss schenken. Denn es hat sich bereits herumgesprochen, dass in der Stadtgemeinde Korneuburg ausschließlich alte und kranke Bäume als Weihnachtsbaum eingesetzt werden. Barbara Busch vom Stadtmarketing klärt auf: „Diese werden auch nicht zusätzlich nachbehandelt oder gar lackiert und es werden keine Äste eingesetzt. Jeder Baum ist etwas Besonderes und soll so bleiben, wie er gewachsen ist.“