NÖN-Umfrage: Knappe Mehrheit für die Ganztagsschule. Über 50 Prozent können sich mit der Idee anfreunden. ÖVP und SPÖ sind sich aber über den Zugang zu dem Thema uneinig.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 22. Dezember 2017 (05:00)
Kzenon/Shutterstock.com

Eine knappe Mehrheit von 55,6 Prozent wünscht sich laut NÖN-Umfrage von letzter Woche eine Ganztagsschule für die Stadt. 44,4 Prozent zeigen kein Interesse.

NÖN

Die SPÖ hat die Diskussion ins Rollen gebracht, weil im Schuljahr 2019/2020 die Landesförderung für die Schulische Tagesbetreuung ausläuft und dann ein Loch von 45.000 Euro im Budget klafft (die NÖN berichtete).

Preisanpassung einstimmig beschlossen

In der letzten Gemeinderatssitzung wurde die Preisanpassung für das nächste Schuljahr einstimmig beschlossen. Die Betreuung für fünf Tage pro Woche kostet statt 120 Euro künftig 126 Euro. Glücklich über die Erhöhung ist niemand, betont VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser gegenüber der NÖN:

„Der Wunsch der Eltern nach niedrigen Kosten ist verständlich. Auch die VP-Mandatare wünschen sich das“, macht sie klar. Dennoch müsse das Angebot auch finanzierbar und gerecht sein. „Die Horte sind wesentlich teurer, aber enorm wichtig für das Kinderbetreuungssystem in unserer Stadt. Ohne Horte hätten wir nicht genug Platz in der Schulischen Tagesbetreuung“, führt sie vor Augen.

„Zuerst muss man ein Konzept vorbereiten, was die Umsetzung einer Ganztagsschule für die Gemeinde bedeutet.“Helene Fuchs-Moser, ÖVP

Beim SP-Vorschlag, eine der beiden Volksschulen als Ganztagsschule in verschränkter Form anzubieten, steigt die ÖVP auf die Bremse.

„Zuerst muss ein Konzept vorbereitet werden, was das für die Gemeinde bedeutet“, vertritt Fuchs-Moser den Standpunkt im Gegensatz zu SP-Fraktionsobmann Martin Peterl, der zuvor bei Lehrern und Eltern nachfragen will. „Zuerst die Erhebung, ob überhaupt der Bedarf besteht“, will Peterl die Sache von der anderen Richtung angehen.

Die Grüne-Gemeinderätin Susanne Springer versuchte, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln, und plädierte für einen Neustart der Diskussion: „Gehen wir das Thema Ganztagsschulen ohne Emotionen an!“