„Rail and Drive“: Freude für Opa und Greta. Vom Zug direkt ins Auto: Elisabeth Hess über ihre Erfahrung mit ÖBB-„Rail and Drive“.

Von Elisabeth Hess. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:41)
NÖN-Reporterin Elisabeth Hess testete den ÖBB-Service „Rail and Drive“ und zog ein zufriedenstellendes Fazit: „Die Registrierung war leichter als gedacht.“
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 Mein Opa hat immer zu mir gesagt: „Ohne Auto bist nur ein halber Mensch.“ Und jetzt, wo ich als Journalistin in Korneuburg ohne Auto unterwegs bin, denke ich mir: Recht hat er gehabt! Bis jetzt habe ich mit den ÖBB immer nur lange Zugfahrten und die Stimme von Chris Lohner verbunden. Als ich vom Angebot des „Rail and Drive“ hörte, war ich verwirrt: ÖBB und Auto? Wie passt das denn zusammen?

Seit April gibt es jetzt auch im K01-Businesspark und am Bahnhof Korneuburg die Autos des „Rail and Drive“: Wer besonders umweltfreundlich unterwegs sein möchte, kann sich am Bahnhof einen Seat Mii mit Elektroantrieb ausleihen, im Businesspark stehen ein VW Golf und ein VW Caddy mit herkömmlichem Antrieb zur Verfügung. Mit dem Mobilitätsangebot möchte man den Menschen eine alternative Mobilitätsform anbieten.

Schließlich bin ich in Korneuburg gelandet, hatte einen Termin in Retz und – KEIN Auto. Als an diesem Tag noch Mitarbeiter der ÖBB vor unserem Büro standen, die für „Rail and Drive“ warben und Manner-Schnitten verteilten, war die Versuchung noch größer, mich „zufällig“ nach einem Leihauto zu erkundigen.

In Zeiten, wo man in jeder denkbar ungünstigen Situation noch nach einer Mitglied-, Vorteils- und Kundenkarte gefragt wird, schrecken mich neue Mitgliedschaften dezent ab. Doch dieses Mal sollte mir meine ÖBB-Vorteilscard wirklich Vorteile bringen: Mir wurde ein Fahrtguthaben von 40 Euro geschenkt. Na, wenn das schon einmal so gut anfängt, lass ich mich auf dieses Experiment ein.

Greta Thunbergs Stimme im Kopf

Kurze Randnotiz: Ich fahre eigentlich ungern mit fremden Autos, aber in Zeiten wie diesen höre ich die Stimme von Greta Thunberg, die mir mit ihrem kritischen Blick ins Ohr flüstert: „Die Welt geht unter, probier’s doch mit Carsharing.“ Noch glücklicher wäre Greta, wenn die ÖBB ihr Angebot ausschließlich mit Elektroautos anbieten würden. Immerhin gibt es in Niederösterreich aber schon vier Elektroautostationen von ÖBB Rail and Drive in Korneuburg, St. Pölten, Wiener Neustadt und Amstetten.

Zurück zu mir. Ehrlich gesagt habe ich mir die Registrierung komplizierter vorgestellt. Bis auf die Tatsache, dass ich auf „Eliabeth“ umgetauft wurde und ich mich mit meiner maes tro-Karte nicht registrieren konnte (nur VISA und Bankomatkarte möglich) war alles leichter als gedacht. Nachdem ich mir die „ÖBB Rail and Drive“-App he runtergeladen habe, habe ich mich für einen VW Golf entschieden und die Uhrzeit für meinen Roadtrip bekannt gegeben. Wer kein Smartphone besitzt, kann auch auf railanddrive.at ein Fahrzeug mieten. Pro Stunde zahlt man 6,40 Euro, dazu kommt noch ein Kilometertarif von 0,17 Euro, die Tankkosten sind darin schon inkludiert.

Mittels Key-Card öffne ich das Auto, der Schlüssel wartet schon im Handschuhfach auf mich. Und schon kann es losgehen: Die Fahrt nach Retz ist gerade im Herbst einmalig. Weingärten, Kürbisfelder, rotgefärbte Blätter – ich kann mich gar nicht sattsehen. Das eingebaute Navigationssystem nimmt mir auch eine Sorge ab, und so fahre ich sorgenfrei durch das Weinviertel.

Mein Fazit: Greta wäre sicherlich stolz auf mich und laut meinem Opa bin ich nun ein ganzer Mensch.

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