SPÖ wetterte gegen teure Wohnungen. SPÖ nimmt Karrée-Preise zum Anlass und die ÖVP ins Visier. Die verweist auf Gemeinde- und geförderte Wohnungen.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:00)
NID
So soll das alte Landesgericht im Frühjahr 2018 von der Hauptplatz-Seite aussehen.

Im Sommer sollen die Arbeiten am alten Landesgericht am Hauptplatz fertiggestellt werden. 71 Wohnungen entstehen hier, die Hälfte ist bereits verkauft bzw. reserviert (die NÖN berichtete). Ein Blick auf die Verkaufsplattform willhaben hat die SPÖ veranlasst, eine Diskussion über die Wohnungspolitik loszutreten.

„Wenn die Wohnungspolitik der ÖVP darin mündet, dass im Karrée Korneuburg nun 848.000 Euro für eine 149-Quadratmeter-Wohnung – also fast 6.000 Euro pro Quadratmeter – auf den Tisch gelegt werden müssen, stellt sich schon die Frage, welcher Durchschnittsbürger sich das noch leisten kann“, schießt SP-Fraktionsobmann Martin Peterl scharf gegen die ÖVP.

„Preise wie in Wien und Klosterneuburg“

Aus Peterls Sicht wurde die Wohnungspolitik in Korneuburg komplett an die Wand gefahren. Die Preise seien derart explodiert, dass sie mittlerweile mit jenen in Klosterneuburg und im 19. Wiener Gemeindebezirk vergleichbar wären. „Es hat sich offenbar nicht bis zum Korneuburger Bürgermeister herumgesprochen, dass das Weinviertel zu den Gebieten Österreichs mit den niedrigsten Einkommen gehört“, wettert Peterl.

Tatsache ist, dass das Landesgericht von seinem Eigentümer, der Bundesimmobiliengesellschaft, an die NOE Immobilien Development AG (NID) verkauft wurde, die das Projekt umsetzt. Beim Medianeinkommen liegt der Bezirk Korneuburg niederösterreichweit im Mittelfeld. Für die Preise im Karrée fühlt sich VP-Bürgermeister Christian Gepp daher auch nicht verantwortlich, nachvollziehen kann er sie aber.

„Ich bin nicht unstolz, dass sich Korneuburg so gut entwickelt und nachgefragt ist“VP-Bürgermeister Christian Gepp

Die Sanierung unter Auflagen des Denkmalschutzes sei sicher eine der teuersten in Korneuburg, schätzt der Stadtchef. Die Immobilie befinde sich außerdem am besten Platz in der Stadt, „das kostet Geld, das kann sich nicht jeder leisten“, ist er sich bewusst. „Ich bin nicht unstolz, dass sich Korneuburg so gut entwickelt und nachgefragt ist“, glaubt er an eine Aufwertung durch das Projekt.

Es gäbe aber nicht nur diese teuren Wohnungen in der Stadt, sondern rund 500 Gemeindewohnungen, rund 2.000 geförderte Wohnungen und rund 150 mit einem sehr niedrigen Genossenschaftsanteil. Neue Gemeindewohnungen, zum Beispiel im Rahmen des Projekts Way2Smart, werden errichtet. „Wer baut in der heutigen Zeit noch Gemeindewohnungen?“, wehrt sich Gepp gegen den SP-Vorwurf.

Und er erinnert an den Verkauf der Jahnkaserne durch die Gemeinde: „Wir haben nicht an den Bestbieter verkauft, sondern an das beste Projekt mit gefördertem Wohnbau.“

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