Stadt-App verbindet alle Lebensbereiche. Start der „Cities-App“ für Korneuburg ist für den Frühsommer geplant. Nutzer können individuell einstellen, welche Infos sie sehen wollen.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 31. März 2021 (04:07)
Eine Plattform für die ganze Stadt – dieses Ziel verfolgt man mit der „Cities- App“. SPÖ und NEOS kritisierten fehlende Transparenz und Kosten.
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Nach Melk, Tulln und Stockerau bekommt auch Korneuburg die „Cities-App“. Die Plattform vereint sämtliche Bereiche der Stadt, von der Wirtschaft über Vereine bis zur Kultur. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde das Projekt mit den Stimmen von ÖVP, Grünen und FPÖ auf den Weg gebracht. SPÖ und NEOS fühlten sich nicht ausreichend informiert und enthielten sich ihrer Stimmen. Die Stadt finanziert die Kosten von 96.300 Euro in Form eines Darlehens vor, welches das Stadtmarketing als Projektträger bis zum Jahr 2024 zurückzahlt. Die Leaderregion und Nafes fördern das Projekt mit insgesamt bis zu 90 Prozent.

Geht es nach dem verantwortlichen Stadtrat Matthias Wobornik (ÖVP), dann soll die App spätestens Anfang Juni in Betrieb gehen. „Hier sind alle wichtigen Elemente auf einer Plattform vereint“, schwärmt er von dem neuen Angebot. Der Nutzer kann dabei ganz gezielt auswählen, welche Informationen ihn interessieren. „Ich kann zum Beispiel auswählen, dass ich alle Infos vom Verein X möchte, aber nicht vom Verein Y“, veranschaulicht er. Auch alle wichtigen Infos aus der Stadtgemeinde können über die App verschickt werden.

Für die Geschäftsleute ist das Mitmachen im ersten Jahr gratis. Das Stadtmarketing rechnet mit rund 80 Teilnehmern zum Projektstart. „Für die Wirtschaft ist das ein unglaublicher Mehrwert“, führt Barbara Busch vom Stadtmarketing vor Augen, „man braucht nur die Infos reinstellen.“ Der Vorteil für die Kunden: „Man braucht nicht mehr 20 Apps für 20 Geschäf- te ...“, erklärt Busch. Die Betriebe können die Cities-App mit Aktionen und Rabatten be spielen und sich an der Punktesammel-Aktion beteiligen. In Tulln ist die App bereits im Vorjahr gestartet, sie läuft „extrem gut“, berichtet Busch.

Die SPÖ wollte in der Gemeinderatssitzung nicht zustimmen, ohne vorher den Vertrag gesehen zu haben. „Wir haben dreimal nach dem Vertrag gefragt und ihn bis heute nicht bekommen“, kritisierte SPÖ-Gemeinderat Robert Manhart. NEOS-Mandatarin Sabine Tröger begrüßte zwar die App an sich, stieß sich aber an der „Intransparenz“ und den Kosten des Projekts.

Das Thema werde seit zwei Jahren im Ausschuss besprochen, konterte Wobornik, „und den Vertrag können wir sofort nachliefern“.