Spitäler klagen über Ansturm in Ambulanzen. Rainer Ernstberger, ärztlicher Direktor im Landesklinium Korneuburg und Stockerau, schlägt Alarm: Die Patientenzahlen in den Ambulanzen steigen rapide.

Erstellt am 09. August 2017 (05:01)
Löwenstein
In den ehemaligen Räumlichkeiten der Tagesklinik geht Anfang September am Stockerauer Standort eine neue Station in Betrieb, kündigt der ärztliche Leiter Rainer Ernstberger an. Patienten können hier 24 Stunden beobachtet werden.

„In Stockerau haben sie sich seit 2010 verdoppelt“, führt Ernstberger vor Augen. Zu Pfingsten zählte man durchschnittlich 106 Patienten in der Korneuburger Unfallambulanz - pro Tag. Der Ansturm stelle die beiden Krankenhaus-Standorte auch vor räumliche Probleme. „In der Unfallambulanz sind uns die Sitzgelegenheiten ausgegangenen, wir mussten zusätzliche aus dem Keller holen“, erzählt Ernstberger. Die Folge spüren Patienten und Personal in gleicher Weise: stundenlange Wartezeiten!

Als Gründe führt der ärztliche Leiter das Bevölkerungswachstum, aber auch das Patientenverhalten ins Treffen.  Als Lösung schlägt er einerseits eine Regulierung des Zugangs zu den Krankenhäusern, vor, appelliert aber gleichzeitig an den „mündigen Patienten“, mit dem System verantwortungsvoll umzugehen. „Ein Notfallpatient mit Schmerzen in der Brust gehört ins Spital. Ein seit zwei Wochen geschwollener Knöchel, der um 22 Uhr plötzlich schmerzt, belastet das Personal“, veranschaulicht er.

Ernstberger sieht auch ein räumliches Problem auf die beiden Häuser zukommen. „Die Planung reichen in die 80er-Jahre zurück, nach 2025 soll die Einwohnerzahl aber 100.000 überschreiten. Dafür sind wir unterdimensioniert.“

Alles über die Hintergründe und warum in Stockerau Anfang September eine neue Station eröffnet, lest ihr in der Korneuburger NÖN, die am Mittwoch erscheint. sowie im ePaper