Werftpräsentation: Spitz bleibt öffentlich. Städtebauliches und freiräumliches Konzept für künftige Entwicklung ist fertig, der Weg für weitere Vorhaben geebnet.

Von Bernhard Preineder und Veronika Löwenstein. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:01)
Stadtgemeinde
Das städtebauliche Konzept für das 18 Hektar große Viertel sieht eine Mischung aus Wohn- und Arbeitsbereichen vor, die in verdichteten Inseln gruppiert und von Natur und Wasser umgeben sind. Das Hafenbecken in seiner Mitte bildet das Herzstück des neuen Werftquartiers. Die Inseln bilden unterschiedliche Charakterzonen von gebauten und natürlichen Freiräumen und ermöglichen die Koexistenz von Wohnen, Arbeit, Bildung, Freizeit und Kultur.

„Das, was hier niedergeschrieben ist, deckt zu 85 Prozent die Erwartungen der Korneuburger“, ist VP-Bürgermeister Christian Gepp überzeugt. Gemeint ist das Ergebnis des Werftentwicklungsprozesses. Der Rahmenplan wurde letzten Montag in der vollen Halle 55 präsentiert.

Es sei nicht Usus, die Bürger zu fragen, wo sie Grünflächen wollen, erinnerte der Stadtchef. „Das, was wir vorstellen, ist normalerweise der Beginn, an dem die Bürger informiert werden“, gab er zu bedenken. So sei der öffentliche Zugang zum Werftspitz, wie von Beginn an gewünscht, nie zur Diskussion gestanden. Gepp hat in diesem Zusammenhang die Idee eines Fischrestaurants im Kopf.

„Das, was wir heute hier vorstellen, ist normalerweise erst der Beginn, an dem die Bürger informiert werden.“Bürgermeister Christian Gepp

Wie berichtet, setzte sich das internationale Architekten- und Planungsbüro KCAP mit Sitz in Zürich gegen drei Mitbewerber durch. Nach einigen Vorpräsentationen bezog man im Laufe der letzten Monate die Ideen und Wünsche der Bevölkerung, soweit möglich, in die Planung mit ein. Daraus ergab sich nun der finale Plan, der alle notwendigen Auflagen wie Freiräume, Gebäudehöhen, Gliederungen etc. inkludiert, an die sich dann auch die zukünftigen Bauträger und Architekten zu halten haben.

Zu allererst dient der Rahmenplan als Grundlage für die Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung. Gleichzeitig begibt man sich per Ausschreibung auf die Suche nach Architekten, Interessenten und Investoren. KCAP-Sprecherin Ute Schneider beschwor die Verantwortlichen, die Sache mit Engagement voranzutreiben: „Uns ist es schon öfters passiert, dass die Vorhaben im Laufe der Zeit eingeschlafen sind.“ Sprich: Das Pferd ist gesattelt, reiten müsst ihr es nun selbst.

Pirgmayer: "Brauchen die Abfahrt Donau"

Springender Punkt bei der Werftentwicklung ist das Thema Abfahrt Donau. Gepp rechnet „in absehbarer Zeit“ mit einer endgültigen Entscheidung. Es gäbe viele Vorbereitungen, allerdings hätten die Verantwortlichen im Verkehrsministerium, im Land NÖ und bei der Asfinag mittlerweile allesamt gewechselt, umreißt der Stadtchef die Problematik. Er bemühe sich jedenfalls um einen Termin bei Verkehrsminister Norbert Hofer.

Für Grüne-Stadträtin Elisabeth Kerschbaum ist der Durchstich durch die Autobahn zwecks Durchgang für Fußgänger und Radfahrer „eine Herzenangelegenheit“. Ein bis zwei Millionen Euro würde das Vorhaben kosten, das im Projekt auf Wunsch der Bürger auch von den Planern vorgesehen sei, erinnerte sie. Fünf Minuten sei man zu Fuß auf diese Weise schneller, „bei 1.500 Einwohnern ist das essenziell.“

Für FP-Gemeinderat Johann Pirgmayer ist die Argumentation der Grünen ein Trugschluss: „Wir brauchen die Abfahrt Donau. Es ist lächerlich, zu glauben, dass die alle mit dem Rad fahren.“

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