Weniger Verbrechen im Corona-Jahr im Bezirk Korneuburg. Beinahe alle Delikte waren im Vergleich zu 2019 rückläufig. Nur der Internetbetrug wird jährlich mehr.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 09. April 2021 (04:40)
Symbolbild

Die Zahl der gerichtlich strafbaren Handlungen sinkt im Bezirk seit Jahren kontinuierlich: 3.287 Delikte wurden im Jahr 2020 angezeigt. Der Rückgang um sieben Prozent gegenüber dem Jahr davor ist auch der Corona-Krise geschuldet. „Wenn die Grenzen geschlossen sind, kommen Tätergruppen aus dem Ausland nicht“, folgert Michael Nastl vom Bezirkspolizeikommando.

So lässt sich auch das Minus von fast 30 Prozent bei Fahrraddiebstählen erklären. „Die Räder werden bei uns gestohlen und im Ausland verkauft“, erklärt der Bezirksin spektor. Auch die Arbeit im Homeoffice spiegelt sich in der Kriminalitätsstatistik wider. Nicht nur, dass den Dieben dadurch weniger Fahrräder bei den Bahnhöfen zur Auswahl standen, die Heimarbeit wirkte sich auch auf die Zahl der Einbrüche aus – zumindest bei den Wohnungen. „Einbrecher brechen eher dort ein, wo niemand zu Hause ist“, weiß Nastl aus Erfahrung. Auch sei mittlerweile die Internetkriminalität „viel lukrativer“. Dort erbeuten Kriminelle auf einen Schlag oft mehrere tausend Euro. Mit dem Lockdown und den Bestellungen im Internet sind auch die Delikte in diesem Bereich gestiegen – und zwar um 23 Prozent. Kunden werden auf Gebrauchsplattformen betrogen und fallen auf gefälschte Websites herein, führt Nastl vor Augen.

Mehr Anzeigen wegen Gewalt innerhalb der Familie aufgrund der Corona-Pandemie registrierte die Polizei nicht, das sei eher ein städtisches Phänomen aufgrund der beengten Wohnsituation. Die Delikte in diesem Bereich seien in den letzten Jahren aber generell gestiegen, „weil sich die gesetzlichen Bestimmungen verschärft haben“, wie der Beamte erklärt. Stolz ist man bei der Polizei im Bezirk auf die Aufklärungsquote von knapp 55 Prozent.