„Liebhaberprojekt“ aus Oberhautzental schlägt voll ein. Das „grüne Gold“ kommt jetzt auch aus der Region: Zwei Landwirte machen es möglich.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 23. Februar 2018 (05:00)
Höberth
„s‘Ö“ wird am Hof von Hubert Hochfelsner eigenhändig abgefüllt. Dass ihr Produkt so gut angekommen würde, damit hätten Michael Planer (l.) und Hubert Hochfelsner selbst nicht gerechnet.

Dass sich Michael Planer und Hubert Hochfelsner einmal zu den heimischen Kürbiskernöl-Produzenten zählen würden, hätten sie selber nicht gedacht. „Wir wollten das eigentlich nie machen, da es schon viele Hersteller gibt“, erzählt Planer. Vor allem in der Steiermark wird das „grüne Gold“ vielfach produziert und ist eins zu eins mit dem Bundesland verbunden.

Doch wie so oft kam es für die beiden Landwirte anders als gedacht: Nachdem sowohl Planer als auch Hochfelsner Kürbisse anbauen, beschlossen sie im Vorjahr, den Versuch zu wagen. „Wir haben die Kerne geerntet und getrocknet“, schildern sie. Die Biogasanlage in Oberhautzental, an der die beiden beteiligt sind, erwies sich dabei einmal mehr als vielseitig: Mit der Abwärme wurden die Kerne getrocknet. Dann machten sich die beiden auf zu einem Ausflug in die Steiermark, um ihr Öl produzieren zu lassen.

„Wir haben uns für hochwertige Öldosen entschieden. Sie schützen das Öl, das ja dunkel gelagert werden soll, und schauen noch dazu gut aus.“Michael Planer, Landwirt

„Am Anfang ließen sich die Mengen noch problemlos transportieren und verarbeiten. Wir haben die Pressung gleich mit einem Ausflug verbunden!“, lachen die beiden über die Anfänge. Mittlerweile braucht es deutlich mehr Kerne, um der Nachfrage gerecht zu werden. Die Fahrt in die Steiermark lohnt sich so oder so aber allemal, denn eine bessere Qualität wird nirgendwo erzielt.

„Wir lassen unsere Kerne bei einer Warmpressung verarbeiten“, erklärt Hochfelsner. Sie werden geschrotet, mit Wasser versetzt und geröstet. Erst dann geht es durch die Presse. „Nur die Kerne von Ölkürbissen haben die charakteristische grüne Farbe. Es ist die dünne Schale, die den Farbton abgibt“, erklärt Hochfelsner der NÖN bei einem Lokalaugenschein. Doch das beste Öl ist nur so viel wert wie seine Verpackung: Auf klassische Glasflaschen hatten die beiden keine Lust, etwas Originelleres sollte ihrem „Liebhaberprojekt“ gerecht werden. „Wir haben uns für hochwertige Öldosen entschieden. Sie schützen das Öl, das ja dunkel gelagert werden soll, und schauen noch dazu gut aus“, weiß Planer.

Duo bleibt ursprünglichem Konzept treu

Der Name für das Oberhautzentaler Produkt entstand bei einem gemütlichen Fernsehabend: Es wurde „s’Ö“ getauft, wie in orangen Lettern auf den ansonsten tiefschwarzen Dosen zu lesen ist. „Dabei steht das Ö nicht nur für Öl, sondern auch für Österreich“, so die beiden nicht ohne Stolz.

„s’Ö“ ist in zwei Dosengrößen erhältlich: entweder als halber oder als viertel Liter. Seit Kurzem haben Planer und Hochfelsner auch das ideale Produkt für Selbstbedienungsrestaurants am Start: kleine Sackerln voll mit ihrem Produkt. Private Kunden sind den beiden genauso willkommen wie Gastronomen, positive Rückmeldungen auf ihr Öl haben sie schon vielfach erhalten.

„Mittlerweile hat sich unser Öl ganz schön herumgesprochen“, hätten die Landwirte nicht mit dem Erfolg gerechnet. Trotz der Nachfrage bleiben sie ihrem ursprünglichen Konzept treu: Das Kürbiskernöl wird am Hof von Hochfelsner eigenhändig in die Dosen abgefüllt. Lediglich die Sachets müssen maschinell produziert werden.

Die erste Ladung von „s’Ö“ ist längst ausverkauft, vor allem zu Weihnachten waren die schicken Öldosen ein Renner. „Sie sind ein schönes Geschenk. Auch eine Firma hat uns für ihre Mitarbeiter eine große Menge abgenommen“, so Hochfelsner.

Erhältlich ist „s’Ö“ bei den Landwirten selbst, bei ausgewählten Geschäften und auch online.