Kraftwerk Korneuburg: „Es ist auf jeden Fall ein Zukunftsstandort“

Erstellt am 24. Jänner 2023 | 14:22
Lesezeit: 2 Min
Seit 2019 wird im Korneuburger Kraftwerk kein Strom mehr erzeugt. Die EVN will dort neue Technologien ausprobieren.
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Das Kraftwerk Korneuburg – ein Gemeinschaftskraftwerk von EVN und Verbund – ist mit seinem 160 Meter hohen Turm nicht nur ein identitätsstiftendes Wahrzeichen der Stadt, obwohl es auf Langenzersdorfer Boden steht, es holte sich auch einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde: Im Kraftwerksblock der EVN arbeiteten Gas- und Dampfturbinen, die 1980 durch eine Kombianlage ersetzt wurden. Diese erreichte einen Wirkungsgrad von 48 Prozent. „Das war damals Weltrekord“, erinnert sich Jürgen Wilhelm, der als Betriebsführungsassistent für thermische Kraftwerke für den Korneuburger Standort zuständig ist.

Das Kraftwerk ist seit 2019 stillgelegt. Bis dahin war es vor allem für die Versorgungssicherheit zuständig, um Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen. „Gas ist für die Stromerzeugung aber sehr teuer“, erklärt EVN-Sprecher Stefan Zach, weshalb es nun keinen Vertrag zur Netzstabilisierung mehr gibt. Die Gasturbine soll nun verkauft werden; Länder, die eigenes Gasvorkommen haben, hätten schon Interesse bekundet. Der Teil, der dem Verbund gehörte, ist bereits entkernt und hat Museumscharakter.

Was soll aus dem Kraftwerk werden? „Es ist auf jeden Fall ein Zukunftsstandort“, weiß Zach und nennt mehrere Optionen. So könnte dort eine Elektrolyseanlage entstehen, die Sonnen- und Windstrom in Wasserstoff umwandeln kann. Weiters biete sich der Korneuburger Standort als Speicher an, um die Strom-Überproduktion aus dem Sommer in den Winter zu transportieren.

„Das Areal wäre auch ideal für eine größere Biomasseanlage“, erzählt Zach, dass die aktuelle Anlage auf dem Betriebsgelände den Bedarf nicht mehr abdecken kann. „Die Leute rennen uns die Tür ein“, sei die Nachfrage nach Fernwärme größer als je zuvor.

Generell sei das Gelände gut geeignet, um innovative Technologien auszuprobieren. Was genau dort in Langenzersdorf passieren wird, werde sich in den nächsten zwei bis drei Jahren weisen.

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