Mädchen stürzte mit Fahrer: Retter in der Not half. Mädchen stürzte mit dem Fahrrad und blutete stark. Viele Autofahrer fuhren einfach vorbei, nur Helmut Prezzi hielt an.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 01. Juni 2018 (05:00)
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Oma Dagmar Fleischer machte sich große Sorgen Enkeln Melinda-Marie geht es jetzt aber wieder gut.

Melinda-Marie ist fünf Jahre alt und lebt in Wien. Seit ihrem dritten Lebensjahr ist sie begeisterte Radfahrerin. Ein Wochenende bei ihrer Oma Dagmar Fleischer in Langenzersdorf zu verbringen, ist für sie das Größte, denn da darf sie endlich einmal so richtig in die Pedale treten. Doch jetzt wurde ihr diese Leidenschaft zum Verhängnis und endete mit Schmerzen und Tränen.

Bei der Bahnunterführung in der Paul-Gusel-Straße stürzte sie schwer und prallte mit dem Gesicht voll auf die Fahrbahn. Die Großmutter kümmerte sich sofort um ihre Enkelin, doch diese stand unter Schock und blutete stark. Dazu kam noch, dass der Familienhund, der das Duo begleitete, in Schach gehalten werden musste. Um wem sich zuerst kümmern? Und Handy hatte Fleischer auch keines dabei – also sozusagen ein „Worst Case“-Szenario.

Gehirnerschütterung diagnostiziert

Zahlreiche Autofahrer fuhren einfach an den beiden vorbei. Sogar ein Polizeiauto soll laut Fleischer darunter gewesen sein. Sie vermutete, dass die Beamten die Szenerie verkannten und nur schauten, ob der Hund auch angeleint wäre. Einzig der Langenzersdorfer Bauunternehmer Helmut Prezzi erkannte die Situation, blieb stehen und bot sofort seine Hilfe an. Er kümmerte sich um die kleine Melinda-Marie, sprach ihr Mut zu und riet der Großmutter, die Rettung zu verständigen.

Wie sich später herausstellte, tat er damit genau das Richtige. „Denn“, so Fleischer, die selbst Krankenschwester ist, „an einem Schock kann man sterben. Darum war es wichtig, dass sie durch das Gespräch wach gehalten wurde.“ Im Wilhelminenspital, wo man bei Melinda-Marie eine Gehirnerschütterung diagnostizierte, wurde das auch so bestätigt. Mittlerweile ist das Mädchen wieder gesund aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Schock bei der Oma bleibt aber: „Es war für mich besonders schlimm, meiner Tochter von dem Unfall zu berichten. Gott sei Dank hat sie das verstanden und gemeint, dass das überall und jedem und auch ihr hätte passieren können.“

Keine Vorwürfe also von dieser Seite, dafür aber ein Dankeschön an Helmut Prezzi, der als einziger keine Sekunde gezögert hatte, um zu helfen. Mit einem Blumenstrauß und sehr herzlichen Worten bedankte sich die Großmutter bei dem Retter in der Not, der das Ganze eigentlich gar nicht so richtig verstehen konnte: „Das ist doch ganz selbstverständlich, dass man hier helfen muss!“