Tierleid in der Seeschlacht: Polizei bittet um Hinweise. Zwei Fälle sorgen für viel Verärgerung in Langenzersdorf.

Von Bernhard Preineder. Update am 14. Oktober 2020 (13:42)
TSV Hundesuche

Gleich zwei tierische Vorfälle im Erholungsgebiet Seeschlacht sorgten vergangene Woche für Gesprächsstoff und Unmutsäußerungen in den sozialen Netzwerken. Im gegenüberliegenden Schwimmteich, der hauptsächlich von Pächtern genutzt wird, wurde ein Schwan von zwei freilaufenden Hunden attackiert und schwer verletzt. Zudem versuchen jugendliche Rowdys, Kois (Japanische Zierkarpfen) mit Steinen und Ästen zu erschlagen.

Fall eins: Gemeinsam mit der Polizei versuchten Anrainer, einen von Hunden bereits arg zugerichteten Jungschwan zu retten, was aber vorerst misslang. Erst einige Stunden später konnte das Tier vom zu Hilfe gerufenen Verein TSV Hundesuche gesichert werden. TSV-Mitglied Jeanine Strasser rettet dem Jungschwan durch einen beherzten Sprung ins Wasser das Leben. Das Tier war am Rücken, am Flügel und am Bein verletzt und wurde vom TSV in die VetMed nach Wien gebracht. Wahrscheinlich müssen die Retter selbst für die Kosten aufkommen. Laut Facebook erwartet man dafür in den nächsten Tagen die Rechnung. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet.

Immer wieder Vandalenakte

Fall zwei: Immer wieder kommt es in dem Erholungsgebiet zu Vandalenakten. So versuchten angeblich jugendliche Rowdys, ihre Zerstörungswut an den dort schwimmenden Kois auszulassen und sie auf grausamste Weise zu töten. Ein Spaziergänger und einige Fischer konnten die Tierquäler im letzten Moment stoppen und sie vertreiben. Allerdings dürfte der Vorfall schon längere Zeit zurückliegen. Bürgermeister An dreas Arbesser bezeichnete die Empörungswelle als „nicht ganz nachvollziehbar“. Schon Ende August hätte er einen anonymen Brief, im Volksschulstil verfasst, erhalten, der mit „Im Namen der gesamten Koifamilie“ endete und dessen Inhalt sich für den Schutz der Tiere stark machte.

Demnach liegt der Vorfall schon über eineinhalb Monate zurück. „Natürlich habe ich nachgefragt, aber weder seitens der Polizei noch von unseren Gemeindemitarbeitern Rückmeldung erhalten. Es gab also definitiv keinen Tatbestand, aufgrund dessen wir einschreiten hätten können.“ Warum jetzt so ein „Tohuwabohu“ veranstaltet wird, wäre für ihn nicht nachvollziehbar.

Wie der für die Seeschlacht zuständige SPÖ-Referent Wolfgang Motz bestätigte, gibt es aber immer wieder Ärger mit Rowdys, die sogar Stühle und Bänke ins Wasser warfen oder das Areal vermüllten: „Deshalb haben wir seit geraumer Zeit einen Bewachungsdienst engagiert, um solche Szenen schon im Vorhinein zu vermeiden.“ Von der Causa „Kois“ weiß er aber nichts. Seitens der Polizei hieß es auf NÖN-Nachfrage, dass es bisher noch keine konkreten Ergebnisse gebe.