Tierschutzverein vermittelte 600 Katzen. Der Verein Katzentant’ kümmert sich seit vier Jahren um verwaiste oder verletzte Katzen und kastriert Streunerkolonien.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 12. September 2019 (05:51)
Löwenstein
Ruth Klösch hat ein großes Herz für Katzen. Flaschenbaby Quini kam mit nur 260 Gramm zur Katzentant’ und musste anfangs alle drei bis vier Stunden gefüttert werden.

Über 300 Streunerkatzen kastriert und rund 600 Katzen an liebevolle Plätze vermittelt – der Verein Katzentant’ kann seit seiner Gründung im Jahr 2015 eine beachtliche Bilanz vorweisen.

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Ruth Klösch hat ein großes Herz für Katzen. Flaschenbaby Quini kam mit nur 260 Gramm zur Katzentant’ und musste anfangs alle drei bis vier Stunden gefüttert werden.

Mit einem Kastrationsprojekt beim Langenzersdorfer Kleingartenverein Scheibenmais hat die Tierschutzarbeit für Ruth Klösch und Sandra Kadlik vor fünf Jahren begonnen. 145 obdachlose Katzen haben sie dort gefangen, zum Teil sozialisiert, vermittelt, kastriert und wieder in die Freiheit entlassen. Das Projekt war der Anstoß zur Vereinsgründung.

„Unsere Arbeit ist zu einem Selbstläufer geworden“, berichtet Klösch, „in Österreich gibt es viel mehr arme Katzen als Hunde. Es gibt keine Streunerhunde“, erklärt sie ihr Engagement. Am Scheibenmais gibt es seitdem keinen Katzennachwuchs und damit kein neues Tierleid mehr. Die noch vorhandenen Katzen werden gefüttert und medizinisch betreut.

Unterschiedliche Hilfe von den Gemeinden

Streunerkatzen gäbe es in fast allen Gemeinden des Bezirks, weiß die Tierschützerin aus leidvoller Erfahrung. „Die Problematik ist größer, als man annehmen möchte“, bedauert sie. Die Unterstützung der Gemeinden bei der Tierschutzarbeit sei sehr unterschiedlich, „Bisamberg und Langenzersdorf unterstützen uns sehr“, lobt sie.

Fast kein Tag vergeht, an dem ihr nicht mutterlose Kitten gemeldet werden. Klösch zieht die Katzenbabys mit der Flasche auf und sucht gute Plätze für sie. Alten oder kranken Katzen gibt sie einen Gnadenplatz bei sich daheim.

Stolz ist Klösch auf die Betriebsstättengenehmigung, die ihr Verein seit einigen Monaten hat. Damit darf sie die Katzen auch ganz offiziell vermitteln. „Bei Kitten ist die Vermittlung nicht so schwer, bei erwachsenen Tieren oft schon“, sagt sie. Doch Klöschs Hartnäckigkeit zahlt sich aus: „Früher oder später findet jeder Topf seinen Deckel.“