Politik lässt USV im Regen stehen. Sportverein fordert nach dem Abbau der Überdachung Klarheit, wie, wann und ob es mit der Sportstätte weitergeht. Politiker schieben die Verantwortung hin und her.

Von Dieter Rathauscher und Veronika Löwenstein. Erstellt am 09. Januar 2020 (05:12)
Das Gerippe für das provisorische Zelt steht bereit, ist aber laut USV-Obmann Reiterer keine brauchbare Alternative.
Rathauscher

Immer wieder wurde die Infrastruktur am Sportplatz im Gemeinderat diskutiert. Letztlich führte ein Antrag von FPÖ-Vizebürgermeister Manfred Kreuzmann zum Beschluss, den Sportplatz zu verlegen und das bestehende Areal an einen Wohnbauträger zu veräußern. Mit dem Grundstückserlös könnte die Verlegung praktisch kostenneutral durchgeführt werden, so die Idee.

Diesen Beschluss hat BGL-Bürgermeister Franz Schöber aber bisher nicht in seine Planung einbezogen. Argumentiert hat der Ortschef dies mit dem Neubau des Feuerwehrhauses, weshalb die Budgetsituation zu angespannt sei, zudem bräuchte ein Projekt dieser Größenordnung eine Vorlaufzeit von mindestens zwei Jahren.

Für den Sportbetrieb ist der aktuelle Zustand unerträglich. Nach einem Abbruchbescheid für das Flugdach, das unter Alt-Obmann Karl Neuburger errichtet worden war, hat dieser die Konsequenzen gezogen und die Überdachung abbauen lassen. Dieses fehlt nun als Wetterschutz, ein Großzelt bietet notdürftigen Ersatz. USV-Obmann Christoph Reiterer ist verbittert: „Auf meine Frage, warum die geplante neue Überdachung nicht auf der Tagesordnung der letzten Gemeinderatssitzung war, hat der Bürgermeister gemeint, er hätte das Projekt an Manfred Kreuzmann, den Vorsitzenden des Sportausschusses, übergeben. Offenbar werden wir weiterhin nur hingehalten. Unsere Lust, als Spielball der Politik herzuhalten, ist enden wollend.“

Denjenigen, die hier ehrenamtlich tätig sind, wäre man es schuldig, endlich für Klarheit zu Sorgen und ein Licht am Ende des Infrastruktur-Tunnels zu bieten. „Mehr wollen wir nicht. Wir wissen, dass nichts von heute auf morgen geht, aber wir sprechen jetzt schon von Jahren des Stillstands – und Rückschritts“, so der Obmann.

Laufende Bauverfahren für ein neues Flugdach

Schöber verweist auf ein laufendes Bauverfahren für ein neues Flugdach: „Ich habe die Baufirma, die das FF-Haus errichtet, beauftragt, Planungsunterlagen zu erstellen. Nach Einwänden durch den Bausachverständigen des Landes müssen diese überarbeitet werden. Wenn alles gutgeht, könnte man damit im Februar in eine Gemeinderatssitzung gehen und die Ausschreibung veranlassen. Kreuzmann als Vorsitzender des Sportausschusses müsste sich um die Abwicklung kümmern.“

Kreuzmann, darauf angesprochen, ist empört. „Schöber hat mit keinem Wort mit mir darüber gesprochen oder mir den Auftrag erteilt, dieses Projekt abzuwickeln. Ich bin dafür kaum geeignet, das ist eindeutig Sache des Bürgermeisters als oberste Bauinstanz der Gemeinde.“

Am Dienstag war Sportlandesrätin Petra Bohuslav auf Einladung von ÖVP-Gemeinderätin Sabine Hopf auf Lokalaugenschein am Sportplatz. Ihr Kommentar: „So etwas ist mir in all den Jahren noch nicht untergekommen. Das ist nicht das, was man als Sportlandesrätin sehen will.“ Sollte ein Projekt auf den Weg gebracht werden, stehe das Land jedenfalls als Fördergeber zur Seite.