Schulsprengel-Regelung auf Prüfstand. Seit Jahrzehnten besuchen die Kinder aus Kleinwilfersdorf und Wiesen die Volksschule in Spillern. Die FPÖ fürchtet dadurch um den Schulstandort in Leitzersdorf.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 16. Februar 2020 (05:12)
Sechs Kinder aus der Großgemeinde Leitzersdorf gehen in Spillern in die Schule. SPÖ-Bürgermeister Thomas Speigner ist offen für Gespräche mit der künftigenGemeindeleitungin Leitzersdorf.
Sturm

Dass die Kinder aus Wiesen und Kleinwilfersdorf zum Schulsprengel Spillern gehören, bereitet den Politikern von Leitzersdorf zunehmend Kopfzerbrechen. Im Laufe des Wahlkampfs für die Gemeinderatswahl äußerten sich mehrere Politiker zu diesem Thema. Am explizitesten die FPÖ, die in ihrer Wahlbroschüre die Frage unter dem Titel „Erhalt unseres Standorts der Volksschule?“ aufwarf und damit für gehörige Unruhe bei den betroffenen Eltern sorgte.

Geringe Schülerzahlen problematisch

BGL-Bürgermeister Franz Schöber geben vor allem die geringen Schülerzahlen zu denken, er sieht aber auch die Kosten für die Gemeinde, die ja Schulgeld an Spillern überweisen muss: „Wir zahlen für Schulplätze in einer anderen Gemeinde, während bei uns die verfügbaren Plätze leer bleiben.“ Die Frage wird bald noch virulenter werden, wenn die geplanten Häuser auf dem Harmer-Grundstück in Wiesen bezogen werden, denn da wird es mit Sicherheit eine größere Anzahl Volksschulkindern geben, die dann am Standort Leitzersdorf fehlen werden und zusätzliche Kosten im Budget bedeuten.

ÖVP-Obfrau Sabine Hopf ist weniger besorgt, dass der Standort unmittelbar gefährdet wäre, aber dafür dahingehend, dass die Kinder aus Wiesen und Kleinwilfersdorf zwar mit den Kindern aus den anderen Gemeinden in den Kindergarten gingen, dann aber zur Schule nach Spillern müssten und damit den Kontakt zu den Freunden des Kindergartens verlören.

Die Entscheidung für diese Sprengelzuteilung datiert schon aus den 70er-Jahren. Damals hatte Spillern zu wenige Kinder und die Schulbehörde entschied, dass die Kinder von Wiesen und Kleinwilfersdorf nach Spillern in die Schule gehen sollten, damit Spillern eine eigene Volksschule bekommt. Eine Ausstiegsklausel für den Fall, dass sich das Blatt in Sachen Schülerzahlen wenden sollte, wurde damals nicht formuliert.

Spillerner Ortschef ist für Gespräche offen

Mehrere Anläufe, die Regelung rückgängig zu machen, blieben erfolglos. Vorübergehend gab es eine Abmachung mit dem früheren Spillerner SPÖ-Bürgermeister Karl Sablik, dass Eltern ihre Kinder auf Wunsch auch in Leitzersdorf anmelden können. Das konnte sich aber mit Rücksicht auf die Planungssicherheit nicht lange halten. Die Landesschulbehörde steht auf dem Standpunkt, dass eine Änderung der Sprengelzuordnung nur im Einvernehmen beider Gemeinden möglich ist. Markus Steininger (FPÖ) berichtet, dass er in der Vorwahlzeit Kontakt zum Spillerner Bürgermeister Thomas Speigner (SPÖ) gesucht hätte, mit seiner Bemerkung aber abgeblitzt wäre.

Im NÖN-Gespräch klingt das aber anders, der Spillerner Ortschef zeigt sich offen für Gespräche: „Das Thema kann man durchaus besprechen“, betont er. Derzeit besuchen sechs Kinder aus Wiesen und Kleinwilfersdorf die Volksschule Spillern. „Das sind sechs Prozent. Wir haben insgesamt 100 Kinder“, führt Speigner vor Augen, dass der Standort nicht von den Schülern aus der Großgemeinde Leitzersdorf abhängig ist.

Es gibt aber auch in Leitzersdorf Stimmen, die am Status quo nichts ändern würden. „Im Sinne der Sicherheit für die Kinder ziehe ich die kürzeren Transportwege nach Spillern einer Rückführung nach Leitzersdorf vor“, so SPÖ-Gemeinderat Thomas Celig aus Wiesen, „denn in der dritten und vierten Klasse müssten diese Kinder dann den weiten Weg nach Niederhollabrunn nehmen.“