Windkraft: Bitte warten!. Leitzersdorf / Nach Einsprüchen seitens des Naturschutzes und des Flugplatzes hat Bürgermeister Franz Schöber Angst, dass das Windkraftparkprojekt nicht verwirklicht werden kann.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 02. September 2014 (09:01)
NOEN, Michael Tiefenbach/Michael Dworak - BirdLife
Die Kaiseradler brüten zwar nicht mehr, trotzdem wurde das Windkraftprojekt vorübergehend auf Eis gelegt.
Seit dem letzten Bericht der NÖN über die Risiken des Windkraftprojekts mit möglichen Einsprüchen seitens des Naturschutzes - Stichworte: Kaiseradler und nahe gelegener Flugplatz - hat sich die Situation zugespitzt.

„Gemeinde würden fünf Millionen an Einnahmen entgehen“

Der Bürgermeister von Leitzersdorf Franz Schöber (BGL) muss sich mit der Eventualität anfreunden, dass die Gemeinde auf das Projekt verzichten muss. Schöber: „Das Kaiseradlerpaar hat seine Brut abgebrochen, möglicherweise wegen zu starker Störung durch die Beobachtungen auch seitens der Birdlife-Mitarbeiter. Daher gibt es noch keine verlässlichen Beobachtungen für den geplanten Aufstellungsbereich. Falls das Projekt nicht zustande kommt, entgehen der Gemeinde über die kommenden 25 Jahre nahezu fünf Millionen Euro an Einnahmen.“

Dazu äußert sich Manuel Denner von Birdlife: „Es handelt sich um Jungvögel, da passiert es recht häufig, dass die erste Brut nicht erfolgreich ist, weil die Vögel unerfahren sind. Das Gleiche ist bei einem Horst im Thayatal passiert. Mit der Beobachtung hat das nichts zu tun. Im Burgenland war ein Adlerhorst unter ständiger Beobachtung von Vogelkundlern, und das erfahrene Paar hat die Brut ganz normal durchgebracht.“

Schöber will aktiv werden und plant einen Termin bei Pröll

Dazu kommen noch die Verhandlungen mit den Betreibern des Flugplatzes. Beide Probleme müssen an sich vom zukünftigen Betreiber der Anlagen, dem Verbund, in Angriff genommen werden. Trotzdem möchte auch Schöber aktiv werden. Er plant einen Termin bei Landeshauptmann Erwin Pröll, um größtmögliche Unterstützung für das Projekt seitens des Landes zu erreichen.

Schöber: „Schließlich hat sich eine große Mehrheit der Bevölkerung für die Anlagen ausgesprochen.“ Auf jeden Fall macht das die aktuelle Arbeit am Entwicklungskonzept für die fünf Katastralgemeinden nicht einfacher, weil es immer mit der Eventualität behaftet ist, ohne den Erlös aus dem Windkraftpark auskommen zu müssen.