Grüne Jagd auf das vierte Mandat. Kampas (Grüne) zieht sich aus erster Reihe zurück und freut sich über das neue Spitzenteam. Fixe Forderungen: pestizidfreie Gemeinde und die Bahnhofsunterführung.

Von Felix Novak. Erstellt am 28. November 2014 (06:07)
Mit Rudolf Stroissnig soll ein international tätiger Manager das 2010 gewonnene dritte Mandat verteidigen. Doris Kampas (3.v.l.), bisherige Fraktionsführerin der Grünen, die diesmal nur auf dem sechsten Platz kandidiert, überlässt Kurt Pausackerl (3.v.r.) sowie Alexandra Adler (r.) den Vortritt. Foto: Novak
NOEN, Felix Novak
Nach der Bekanntgabe des ÖVP-Teams für die Wahl am 25. Jänner und der Veröffentlichung der neuen Liste Kreuzenstein geht mit den Grünen jetzt eine dritte Fraktion offiziell ins Rennen um den Gemeinderat. Auch hier gab es einige Überraschungen.

Kampas lässt im Gemeinderat anderen den Vortritt

Wie Gerüchte der letzten Monate schon vermuten ließen, zieht sich die Obfrau der Grünen Leobendorf, Doris Kampas, aus der ersten Reihe zurück.

Ihre Funktion in der Partei behält sie zwar, im Gemeinderat lässt sie aber anderen den Vortritt: „Es war eine intensive, produktive und erfüllte Zeit. Nun sind wir stolz darauf, unser neues grünes Spitzenteam vorstellen zu dürfen.“

Während sie selbst nur auf dem sechsten Rang antritt, werden der bisherige Gemeinderat Kurt Pausackerl sowie Polit-Newcomerin Alexandra Adler, im Hauptberuf Gastronomin, die ersten beiden Listenplätze besetzen. „Aber wir gehen ja davon aus, dass wir unsere Stimmen verdoppeln“, sagt Kampas nicht ohne Augenzwinkern.

Pestizidfreie Gemeinde als konkrete Forderung

„Wir haben in den letzten Jahren erfolgreich die finanziellen Ressourcen der Gemeinde durchforscht, geprüft und offengelegt“, erklärt Pausackerl. Adler ergänzt die Kernpunkte des Programms der Grünen: „Weitere Schwerpunkte setzen wir in Zukunft bei der Unterstützung der ansässigen Betriebe in Richtung Nachhaltigkeit und bei der Förderung von Kleinst- und Kleinbetrieben.“

Konkrete Forderungen und Ziele seien eine pestizidfreie Gemeinde, ein eigens eingesetzter Wasserschutzbeauftragter sowie die Stärkung der gemeindeinternen Infrastruktur. Gerade das Fehlen eines echten Gasthauses sei etwa ein echtes Problem, meint Adler.

Besonderes Ziel von Daniel Traxler, dem Vierten und gleichzeitig Jüngsten auf der Liste, ist zudem die Mobilität. Er möchte bei der geforderten Bahnhofsunterführung „weiter Druck aufbauen“, zusätzlich soll in Kooperation mit weiteren Gemeinden ein 15-Minuten-Takt im Bahnverkehr Richtung Wien kommen.

„Sind Pragmatiker mit Visionen und Ideen“

Den Vorwurf des „Utopismus“ der Grünen, den Jürgen Punzet von der Liste Kreuzenstein in der letzten Ausgabe der NÖN erhob, kontert Alexandra Adler: „Wir sind eine Gruppe aus Unternehmern und Wirtschaftsfachleuten, alles andere als Utopisten, sondern Pragmatiker mit Visionen und Ideen. Wir glauben an soziale Gerechtigkeit und wissen um die ökologischen Notwendigkeiten für ein zukünftiges gutes Leben für uns alle.“

Wahlziel sei das vierte Mandat, das die Grünen trotz zusätzlicher Konkurrenz durch die Liste Kreuzenstein als durchaus realistisch einschätzen. Vor dem Urnengang am 25. Jänner will sich die Ortspartei anlässlich des zehnjährigen Bestehens aber zunächst selbst feiern, dem frühen Wahltermin sieht man somit eher gelassen entgegen.