Kirchenorgel braucht Service für den guten Ton. Die „Königin der Instrumente“ braucht Pflege. Speziell die Luftfeuchtigkeit setzt dem Instrument stark zu. Auf das „100.000er-Service“ folgt ein Benefizkonzert.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 09. März 2019 (06:55)
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Jede Orgelpfeife musste gereinigt und gestimmt werden.

„Nein, keine Sorge, die Orgel ist in einwandfreiem Zustand“, beruhigt Konrad Salomon im Gespräch mit den NÖN die Leobendorfer. Er muss es wissen, denn er ist der Mann, der das Instrument gebaut hat und auch wartet. Und nur aus diesem Grund findet am 24. März ein Benefizkonzert für die Orgel in der Kirche statt: Schließlich wurde sie im vergangenen November zwei Wochen lang gründlich überholt.

„Das war ein ganz normales Hunderttausender-Service wie beim Auto. Alle 15 Jahre muss das gemacht werden“, erklärt Salomon, der mit zwei Angestellten von Leobendorf aus in ganz Österreich Orgeln repariert und neu baut.

Die 1986 gebaute, mit 20 Registern und zwei Manualen „mittelgroße“ Orgel in der Pfarrkirche ist laut Salomon „gerade in der Pubertät“.

Kontrollieren, bevor etwas kaputt wird

Allerdings gefährden Schädlinge, vor allem aber Schimmel, das zum Großteil aus Holz gebaute Instrument. „Die vor 20, 30 Jahren üblichen extremen Dichtmaßnahmen an Fenstern und Mauern schaffen leider ein Kleinklima für Schimmel“, so Salomon.

Im Bereich von Orgelemporen werden oft bis zu 85 Prozent Luftfeuchte gemessen. Deshalb wurden im November die gesamte Mechanik und alle Pfeifen genau kontrolliert, „bevor etwas passiert“. Beim Zusammenbau wurde auch jede Pfeife einzeln gestimmt. „Eine sehr anstrengende Arbeit, bei der man immer wieder Pausen machen muss, um das Gehör zu beruhigen“, erklärt Salomon.

In der Pfarrkirche Leobendorf funktioniert die Orgel einwandfrei, die nächste Wartung ist frühestens in zwei Jahren. Salomon arbeitet mit seinen Mitarbeitern schon am nächsten großen Projekt: In Poysdorf baut er auf ein mehr als 200 Jahre altes Gehäuse eine neue Orgel auf.