Das Daumenzeichen in Korneuburg war einmal. Stadt geht mit „VORMA“ einen neuen Weg in der Mobilität. Mitfahr-System soll 2018 starten

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 15. Februar 2017 (05:00)
Elisabeth Kerschbaum zeigt, wie man früher Autostoppte. In Korneuburg soll das künftig mittels elektronischer Anzeigetafel möglich sein.
Löwenstein

„Foahr ma!“ sagt man umgangssprachlich, wenn man jemanden zum Aufbruch bewegen will. Genauso heißt auch ein Projekt, das im Rahmen des Masterplans (Lebensbereich Mobiliät) in der Stadt verfolgt wird – VORMA.

Hinweise über Anzeigetafeln

Ein unkompliziertes Mitfahr-System soll Personen von A nach B bringen. Im Grunde funktioniert es wie Autostoppen, nur dass eine elektronische Anzeigentafel den Daumen ersetzt. „Wir wollen auf ausgewählten Standorten – sogenannten Mobilitätsknoten – die Möglichkeit schaffen, einen Mitfahr-Wunsch einzugeben, und diesen für Autofahrer sichtbar auf eine elektronische Anzeigetafel projizieren“, beschreibt Grüne-Stadträtin Elisabeth Kerschbaum die Idee. Die Eingabe der Wunschdestination könnte über eine App erfolgen.

Das Mitfahrsystem VORMA ist Teil des way2smart-Projekts. Im Bereich Leobendorfer Straße/ Kreuzensteiner Straße wird ein energieautonomer und sozialer Wohnbau errichtet. Zu diesem Projekt gehören auch alternative Formen der Mobilität, wie eben das moderne Autostoppen. Ähnliche Systeme gibt es bereits in Deutschland, der Schweiz und Frankreich.

"Gebe Wunschziel ein und warte"

Geht es nach Kerschbaum, dann soll das Mitfahrsystem im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Als Mobilitätsknoten sollen im Endausbau sämtliche Bushaltestellen im Stadtgebiet dienen. Den Anfang soll – aufgrund der Nähe zum way2smart-Projekt – die Busstation in der Leobendorfer Straße machen.

„Das Komplizierteste daran ist die Anzeigetafel“, verweist sie auf die geringen Mittel, die zur Verwirklichung nötig sind. Und wie schaut so ein Bestellvorgang in der Praxis aus? „Ich gehe hin, gebe mein Wunschziel ein, setze mich auf die Bank und warte“, erklärt die Stadträtin. Dass es zu langen Wartezeiten kommen könnte, glaubt sie nicht. Die große Frage, die noch nicht ganz geklärt ist, ist jene der Anmeldung. Das Dilemma: Eine Einschränkung des Systems auf angemeldete User würde zwar die Sicherheit für Fahrer und Mitfahrer erhöhen, gleichzeitig stellt die Anmeldung aber eine Hürde da, die die Nutzung auf einen kleineren Kreis beschränken würde.

„Anmeldung für das System ziemlich fix“

„Die Frage ist dann, wie ich die Leute motiviere, sich anzumelden“, überlegt Kerschbaum. Ein Benefit-System könnte dabei hilfreich sein. Dass es ohne Registrierung gerade im städtischen Bereich nicht gehen wird, weiß auch Kerschbaum: „Eine Anmeldung ist daher ziemlich fix.“ Eine Konkurrenz zu anderen Mobilitätsanbietern – wie zum Beispiel dem ISTmobil – sieht die Grün-Politikerin nicht.

Im Gegenteil, an den Bushaltestellen sollen künftig sämtliche Fahrangebote für den Kunden abrufbar seien. Noch sind nicht alle Fragen geklärt, zum Beispiel, wie es mit der Versicherung des Mitfahrers aussieht. Interessierte, die weitere Inputs abliefern wollen, sind daher in der nächsten Lebensbereich-Sitzung gerne gesehen.

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