Gemeinsam verstärkt das Interesse wecken. Museen von Stockerau, Langenzersdorf und Korneuburg vertiefen Zusammenarbeit. Institutionen und Besucher profitieren.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 14. Mai 2015 (06:35)
NOEN, Preineder
Otto Pacher und Melanie Niope Lopin vom Stadtmuseum Korneuburg, der Leiter des Langenzersdorf Museums Gregor-Anatol Bockstefl und Gabriele Gruber-Redl vom Stadtarchiv und Bezirksmuseum Stockerau (v.l.) wollen in Zukunft vermehrt zusammenarbeiten und bieten anlässlich des internationalen Tags des Museums am 16. und 17. Mai ein tolles Programm für alle Kunst- und Kulturbegeisterten an. Foto: Preineder
Anlässlich des internationalen Museumstags und des NÖ Museumswochenendes am 16. und 17. Mai haben das Bezirksmuseum Stockerau, das Stadtmuseum Korneuburg und das Langenzersdorf Museum eine Initiative zur Vernetzung der regionalen Museen im Bezirk Korneuburg gestartet.

Auch Ausstellungs-Kooperation angedacht

Ausgangspunkt der Initiative war ein Vernetzungstreffen der Museen auf Einladung der LEADER-Region Weinviertel-Donauraum.

Zielsetzung der weiteren Zusammenarbeit soll es sein, das Publikum der einzelnen Museen auf die jeweils anderen aufmerksam und neugierig zu machen. Die Kooperation beinhaltet einen stärkeren Informationsaustausch zwischen den Institutionen.

Für die Zukunft ist auch eine Kooperation im Rahmen von Ausstellungsprojekten angedacht. „Jedes der drei Museen hat sein eigenes Profil und sein Stammpublikum. Sollte es uns gelingen, dieses auf die jeweils anderen Museen im Bezirk aufmerksam zu machen, haben wir schon sehr viel erreicht“, ist sich der Leiter des Langenzersdorf Museums Gregor-Anatol Bockstefl sicher.

„Erwarten uns stärkere Zusammenarbeit“

Darüber hinaus erwartet er sich einen regen Austausch und eine stärkere Zusammenarbeit in wissenschaftlich-fachlicher Hinsicht. „Wie wir festgestellt haben, gibt es trotz unterschiedlicher musealer Schwerpunkte Überschneidungen im Sammlungs- und Archivbestand. Daraus könnten gemeinsame und übergreifende Forschungs- und Ausstellungsprojekte entstehen“, so Bockstefl weiter.

Otto Pacher vom Stadtmuseum Korneuburg schlägt in die gleiche Kerbe. Auch er erwartet sich von der Kooperation mit Langenzersdorf und Stockerau einen verstärkten Informationsaustausch.

Mit der Initiative sollen auch jene aktiven Gruppen eingebunden und eingeladen werden, die historische Projekte in der Region gestalten.

„Eine Kooperation der Museen in der Region kann die museale Landschaft beleben. Profitieren wird nicht nur die Institution Museum, sondern auch die Mitarbeiter und Gestalter der Ausstellungen durch Erfahrungs- und Informationsaustausch und letzten Endes natürlich die Museumsbesucher, die es gilt, anzusprechen und in unsere Häuser einzuladen“, ist sich Gabriele Gruber-Redl vom Stadtarchiv und Bezirksmuseum Stockerau sicher.


Museumstage:

Bezirksmuseum Stockerau:
16. und 17. Mai, 10 bis 18 Uhr, Eintritt: freie Spende!

Augenblick mit Künstlerblick: Stockerau mit den Augen des Malers Leopold Scheidl (1884-1958).

Ein Stockerau des 20. Jahrhunderts sehen - mit den Augen eines Künstlers. Möglich macht dies der Maler Leopold Scheidl, der mit 28 Jahren im Jahr 1912 nach Stockerau kam und hier bis zu seinem Tod im Jahr 1958 lebte und malte. Er hinterließ unzählige Skizzen und Arbeiten mit Motiven aus Stockerau und der Au.

Stadtmuseum Korneuburg:
17. Mai 2015, 9 bis 18 Uhr. Eintritt: freie Spende!

Eröffnung der Sonderausstellung „Synagoge. Rossmühle. Garage. Für immer Ruine?“ um 10.30 Uhr.

Seit 700 Jahren steht in der Rossmühlgasse ein Gebäude, eine Ruine. Es wurde als Synagoge gebaut und ist eines der bemerkenswertesten und wichtigsten Zeugnisse mittelalterlicher Synagogen-Architektur im deutschsprachigen Raum.

Nach der Vertreibung der Juden 1421 war das Gebäude Schüttboden, Speicher, Lager, Magazin, Rossmühle, Werkstatt und Garage. Führung durch das jüdische Korneuburg um 15 Uhr. Treffpunkt: Stadtmuseum Korneuburg.

Langenzersdorf Museum:
17. Mai 2015, 14 bis 18 Uhr. Museum bei freiem Eintritt zu besichtigen.

Das Langenzersdorf Museum bietet anhand der Werke von Anton Hanak, Siegfried Charoux und Alois Heidel einen Überblick über die österreichische Bildhauerei der klassischen Moderne.

In der aktuellen Sonderausstellung „Gedachte Wirklichkeiten - Abstraktion in der Skulptur“ werden Positionen abstrakter Bildhauerei vorgestellt. Unter vielen anderen sind Werke von Wander Bertoni, Alfred Czerny, Bruno Gironcoli, Alois Heidel, Talos Kedl, Gabriele Kutschera, Josef Pilllhofer, Florian Schaumberger und Barbara Szüts zu sehen.

Führungen durch Museum und Sonderausstellung um 14.30 und 16 Uhr.