"Bebauungsplan in Korneuburg nicht in Stein gemeißelt“. Stadt legt sich nach zweijähriger Bausperre fest: Auf 450 Quadratmeter großem Grundstück dürfen künftig drei Wohneinheiten gebaut werden.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 03. Oktober 2018 (04:00)
Bilderbox/Wodicka
Um großvolumigen Wohnbau in Gegenden mit Einfamilienhäusern zu verhindern, hat die Stadt eine Bausperre erlassen, die jetzt in einen neuen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan gemündet ist.

Genau zwei Jahre ist es her, dass die Stadt für einen Überraschungscoup sorgte: Über ein Drittel der Stadt wurde eine Bausperre verhängt. Während dieser Zeit durfte nur eingeschränkt gebaut werden. Gleichzeitig wurde ein Flächenwidmungs- und Bebauungsplan ausgearbeitet.

Neuer Flächenwidmungs- und Bebauungsplan

Seit letzter Woche gehört die Bausperre der Vergangenheit an. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung Nägel mit Köpfen gemacht und die Änderungen in der Flächenwidmung und in der Bebauung mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ beschlossen. Künftig dürfen auf einer Fläche von 450 Quadratmetern nur noch drei Wohneinheiten gebaut werden. „Wir wollen damit der der Unsitte der letzten Jahre, die Grundstücke bis auf das Letzte auszuquetschen, ein Ende machen“, spricht VP-Stadtchef Christian Gepp von einem „Meilenstein“.

„Mir ist klar, dass wir damit nicht alle glücklich machen. Das ist auch nicht das Ende des Flächenwidmungsplans.“VP-Stadtchef Christian Gepp

Auf den Bestand hätte die Neuregelung keine Auswirkung, betont er. Auslöser für die Maßnahme war ein Bauprojekt in der Chimanigasse, wo inmitten von Einfamilienhäusern ein Wohnprojekt mit sechs Wohneinheiten eingereicht wurde.

Bei der Bestimmung der Grundstücksgroße und der Zahl der Wohneinheiten ist die ÖVP der SPÖ zwar entgegengekommen, zufrieden war Letztere aber dennoch nicht. Bei sogenannten Fahnengrundstücken, also solchen, die mit einem schmalen Verbindungsstreifen („Fahne“) mit einer öffentlichen Verkehrsfläche verbunden sind, brauche man schon wesentlich mehr Quadratmeter, kritisierte SP-Vizebürgermeister Thomas Pfaffl. „Die ÖVP war nicht willens, das zu ändern“, bedauerte er.

Die Grünen lehnten die Beschränkung auf drei Wohneinheiten grundsätzlich ab, „weil sie eine alternative Planung nicht möglich macht.“ Für Grüne-Stadträtin Elisabeth Kerschbaum geht die Neuregelung am Sinn der Sache vorbei: „Die Beschränkung hätte an der Art der Bebauungsdichte beim Projekt in der Chimanigasse nichts geändert“, warf sie ein, „mit der Maßnahme wird nicht das behoben, was die Leute aufregt.“

Die Einführung einer hinteren Baufluchtlinie würde das Problem viel eher lösen, findet sie. Außerdem plädierten die Grünen und die SPÖ dafür, die künftige Bebauung wie im Masterplan vorgesehen grätzelweise mit den Bürgern zu besprechen.

„Mir ist klar, dass wir nicht alle damit glücklich machen“, kommentierte Gepp die beschlossenen Änderungen. Ein Bebauungsplan sei aber auch nicht in Stein gemeißelt. „Wir werden uns Härtefälle anschauen“, verspricht er, dass das sicher nicht die letzte Änderung von Bebauungs- und Flächenwidmungsplan gewesen sei.