Funktionsverbot für SPÖ-Funktionär bis Ende Oktober. Die Aufregung über das Facebook-Posting der SPÖ Langenzersdorf, indem sie indirekt der Jungen ÖVP die Schuld an den beschädigten Autos der Langenzersdorfer Feuerwehr gegeben hatte, war noch nicht verflogen, da sorgen die roten Parteifunktionäre aus Langenzersdorf für den nächsten Eklat. Der hat jetzt allerdings Konsequenzen, die eigene Partei drückt die Stopp-Taste und verhängt ein Funktionsverbot.

Von Veronika Löwenstein und Bernhard Preineder. Erstellt am 14. August 2019 (14:42)
Löwenstein
Christoph Baumgärtel. Foto: Löwenstein

Nach dem Brandanschlag gegen die FPÖ-Landesgeschäftsstelle in St. Pölten waren für die SPÖ Langenzersdorf die Schuldigen rasch ausgemacht – die FPÖ selbst. Via Facebook ließen sie wissen: „Haben schon die Nazis so gemacht: Zuerst selbst den Justizpalast angezündet und dann „Feuer“ geschrien.“ Das Posting wurde zwar rasch wieder gelöscht, die politische Debatte war aber schon entfacht. „Das von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Drozda vorgestellte Fairnessabkommen gilt wohl nur in der eigene Parteikantine, sodass jeder sein Knöderl kriegen kann“, ätzte FP-Generalsekretär NRAbg. Christian Hafenecker.

Aber selbst die SPÖ sieht „eine rote Linie überschritten“, wie es SP-Bezirksparteivorsitzender Martin Peterl ausdrückt. In dieser Beurteilung sei er sich mit SP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar einig. Gegen den stellvertretende SP-Vorsitzende von Langenzersdorf, Christoph Baumgärtel, der hinter den Facebook-Postings steckt, wird aller Voraussicht eine Verwarnung und ein zeitweiliges Funktionsverbot ausgesprochen. „Derzeit wird ein Rundlaufbeschluss vom Landesparteivorstand eingeholt“, sagt Kocevar.

Im NÖN-Gespräch äußert sich auch Baumgärtel selbst zur Causa und setzt noch nach: „Wir haben Hinweise aus uns von Zeugen zugespielten Informationen, dass es zumindest Leute aus dem rechten Spektrum waren, die hier diesen Akt der Ablenkung gesetzt haben.“ Das Funktionsverbot bis Oktober sieht er gelassen, es gehe darum „Druck von der Partei zu nehmen.“  Den Stil der SPÖ Langenzersdorf verteidigt Baumgärtel: „Mir ist klar, dass der Stil der SPÖ Langenzersdorf durchaus polarisiert und in sensiblen Wahlkampfzeiten auf Bundesebene, insbesondere aufgrund der medialen Präsenz, die wir inzwischen haben, zum Problem wird.“

Mehr über die Hintergründe und die Rechtfertigung von Christoph Baumgärtel lesen Sie in der nächsten Printausgabe der Korneuburger NÖN, die am Mittwoch, dem 21. August, erscheint.