Leitzersdorf: Solide Mehrheit geht nur mit BGL. Wer mit wem? Das ist jetzt die große Frage. ÖVP-Hopf will mit allen reden.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 05. Februar 2020 (04:19)
Wird Sabine Hopf neue Ortschefin? Bis 10. März muss eine Entscheidung fallen.
NÖN

Die Gemeinderatswahl ist geschlagen; die ÖVP konnte zwei Mandate dazugewinnen, hält jetzt bei neun Mandaten und hat damit die Bürgerliste um einen Sitz abgehängt - die NÖN berichtete:

Dem Wunsch, nach vielen Jahren endlich wieder den Bürgermeister stellen zu können, ist man damit als mandatsstärkste Fraktion zwar näher gekommen, aber alleine schafft man es nicht. Die BGL unter dem aktuellen Bürgermeister Franz Schöber konnte stimmenmäßig leicht zulegen, was sich aber nicht bei den Mandaten niederschlug: Sie hält weiter bei acht Gemeinderäten.

Die offensichtliche Lösung für die ÖVP wäre eine Koalition mit der SPÖ (1 Mandat) oder der FPÖ (auch 1 Mandat), um die erforderlichen zehn Unterstützer zu bekommen. Diese Mehrheit wäre aber nur sehr schwach abgesichert. Eine sichere Mehrheit gäbe es nur mit der BGL.

„Ich überlasse die Verhandlungen meinem Team, was immer die ausverhandeln, werde ich mittragen.“Franz Schöber, BGL-Ortschef

Schöber ist diesbezüglich offen, wie versichert. Er hat sein Team für die Verhandlungen bereits nominiert und hält sich persönlich ganz bewusst heraus: „Ich überlasse die Verhandlungen meinem Team, was immer die ausverhandeln, werde ich mittragen.“ Auch ÖVP-Frontfrau Sabine Hopf hält sich alle Türen offen: „Ich möchte mit allen Fraktionen Gespräche führen, wir haben schon Termine dafür fixiert“, sagt sie.

Eine Zusammenarbeit mit der BGL wäre gut für die Gemeinde, findet sie, denn: „Mit einer soliden Mehrheit kann man sicher besser zum Wohl der Gemeinde beitragen. Aber es ist mir schon klar, dass dies die schwierigste Variante wäre.“ Dazu müssten noch einige Gräben aus der Vergangenheit zugeschüttet werden. Hopf bemüht sich seit ihrer Nominierung zur Parteichefin jedenfalls sehr um eine neue Diskus sionskultur ohne Streit.

Die beiden verbliebenen Gemeinderäte von FPÖ und SPÖ werden natürlich versuchen, sich ins Spiel zu bringen, denn nur in einer Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterfraktion kann man mitgestalten. Thomas Celig (SPÖ) hält sich bedeckt: „Es gibt schon einen Gesprächstermin mit Hopf, dann werden wir sehen, ob es eine Möglichkeit der Zusammenarbeit gibt.“

Manfred Kreuzmann von der FPÖ hat noch keinen Gesprächstermin, überlegt aber schon: „Möglicherweise gehe ich nach den Gesprächen in Opposition.“ Als Grund nennt er das für ihn „katastrophale“ Wahlergebnis mit dem Verlust eines Mandats. „Das Ergebnis ist nicht wirklich ein Auftrag“, findet er. „Offen ist noch, mit welchem Wahlvorschlag für den Bürgermeister die Bürgerliste in die Gespräche geht“, gibt er im NÖN-Gespräch aber auch zu denken.