Elmar Pittracher im Gespräch: „Viel Zeit verschenkt“. Elmar Pittracher aus Bisamberg, Nummer zwei auf der Liste der NEOS im Weinviertel, will Probleme schneller angehen.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 27. September 2017 (05:00)
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Pittracher unterstützt die Initiative gegen das Postzentrum.

NÖN: Sie sind Gemeinderat in Bisamberg und kandidieren für den Nationalrat. Warum haben Sie sich für die NEOS entschieden?

Pittracher: Ich habe die größte Übereinstimmung zwischen den Forderungen der NEOS und meiner Überzeugungen eines selbstbestimmten Lebenswegs gefunden, in dem sich der Staat nicht übermäßig einmischt, sondern die Voraussetzungen für möglichst breite Wahlmöglichkeiten organisiert.

Wo sehen Sie in Zukunft die größten Herausforderungen in der Region?

Pittracher: Der Bezirk Korneuburg soll in den nächsten Jahren und Jahrzehnten überproportional zum Rest Österreichs wachsen, d.h. an Bevölkerung zunehmen. Hier wurde schon einige Zeit verschenkt, um die dadurch auftretenden Probleme anzugehen. Es wurden Kindergärten gebaut, die schon nach zwei Jahren wieder zu klein waren, Schulausbauten immer wieder hinausgeschoben und mit kleineren oder provisorischen Umbauten das Problem verzögert. Verkehrsanbindungen, öffentliche und für den Individualverkehr, erreichen ihre Kapazitätsgrenzen. Krankenhausambulanzen gehen über.

Wie würden Sie sich im Nationalrat für den Bezirk einsetzen?

Pittracher: Erstens werde ich die genannten Probleme auf den Tisch bringen. Genau das ist die Aufgabe eines Nationalrats. Und zweitens werde ich die direkte Bürgerbeteiligung forcieren.

Die NEOS sind derzeit nur in Stockerau und Bisamberg in den Gemeinderäten vertreten. Sehen Sie da Luft nach oben? Wenn ja, wie viel?

Pittracher: NEOS ist auf einem sehr guten Weg. Das Einzige, was schnell wächst, ist Unkraut. NEOS hat es im Gegensatz zu anderen politischen Vereinigungen mit einem gesunden Wachstum geschafft, sich in der politischen Landschaft zu eta-blieren. Bei NEOS kann sich jeder engagieren, der sich in der Politik für sein persönliches Ziel einsetzen will.

Was schätzen Sie: Kommt das Postverteilerzentrum in Langenzersdorf?

Pittracher: Ich hoffe nein, und ich kämpfe noch immer und unterstütze die Bürgerinitiative. Zu unserem großen Glück hat die Bürgerinitiative noch vor der Umwidmung begonnen, die Informationen, die von der Post und der Gemeinde Langenzersdorf kamen, zu überprüfen. Wir verlangen, dass die Entscheidung des Landes der Empfehlung des NÖ Umweltanwalts folgt und die Widmung verweigert und zurückgesetzt wird.