Josef Pröll kritisiert Mitterlehner und lobt Kurz. Pröll attestiert seinem Nach-Nachfolger "verletzte Eitelkeit".

Von APA Red. Update am 17. April 2019 (18:16)
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LLI-Generaldirektor Josef Pröll machte keine Angaben zum Verkaufspreis

Nach Michael Spindelegger trat Mittwoch ein weiterer ÖVP-Chef an, um Sebastian Kurz gegen die Kritik seines Vorgängers Reinhold Mitterlehner in Schutz zu nehmen und mit Mitterlehners Obmannschaft abzurechnen. Josef Pröll, NÖ-Landesjägermeister, sprach angesichts Mitterlehners Buch von "verletzter Eitelkeit". Und er merkte an, dass die ÖVP mit Mitterlehner "immer mehr nach links gerückt" sei.

"Die ÖVP hatte kein Profil mehr", meinte der gebürtige Stockerauer Pröll in einer der APA übermittelten schriftlichen Stellungnahme. Zentraler Inhalt der Großen Koalition sei nur noch die Verwaltung des Stillstandes gewesen. Mit seiner linken Positionierung hätte Mitterlehner "niemals mehr eine Wahl gewonnen", meinte der Niederösterreicher - unter dem die ÖVP bei den meisten Landtagswahlen alles andere als prächtig abschnitt, der aber selbst keine Nationalratswahl geschlagen hat. Denn er gab die Obmannschaft 2011 schon nach zweieinhalb Jahren - wegen eines Lungeninfarkts - wieder ab.

Hoch zufrieden äußerte sich Pröll über den Kurs von Kurz: Heute werde "wieder ÖVP-Politik gemacht", bei Nulldefizit, Familienbonus oder Arbeitszeitflexibilisierung sei die ÖVP-Handschrift "ganz klar erkennbar".

Pröll löste im Herbst 2008 Wilhelm Molterer - nach dem ÖVP-Debakel in der von ihm losgetretenen Neuwahl - ab. Molterer, der den vor Kurz letzten ÖVP-Kanzler Wolfgang Schüssel beerbt hatte, war damit nur von April 2007 bis September 2008 Parteichef. Pröll führte die ÖVP von September 2011 bis April 2011. Nach ihm kam Spindelegger, der den schweren innerparteilich Turbulenzen nach etwas über drei Jahren wich. Sein Nachfolger Mitterlehner wurde im August 2014 zum ÖVP-Chef gewählt, im Frühjahr 2017 löste ihn Kurz ab.