Bahnhofsviertel Stockerau: „Ideen sind weit weg“. Viele Pläne wurden für das Gebiet rund um den Bahnhof schon gemacht, nun will die FPÖ das Projekt vorantreiben. ÖVP macht aber klar: Das ist Zukunftsmusik.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 17. Juli 2019 (03:04)
Sturm
Das Gebiet rund um den Bahnhof ist für die FPÖ ein ungehobener Schatz. Pläne wie das Verkehrskonzept 2015 sehen dort Wohnungen, Büros undGeschäfte vor.

Es ist ein Projekt, das schon lange in der Schublade schlummert: die Neugestaltung des Areals rund um den Bahnhof. Schon in mehreren Konzepten, darunter auch das Verkehrskonzept aus 2015, wird dieser Bereich als Entwicklungsgebiet bezeichnet.

Eine Unterführung nahe dem Bahnhof könnte den Schwerverkehr, der die Firmen in der Grafendorferstraße anpeilt, aus der Innenstadt holen. Stadtseitig könnten Wohnungen, Büros und Geschäfte entstehen. Eine Vision, die der ehemalige Gemeinderat – ohne die Stimmen der ÖVP – unterstützt hat: Es wurde ein Grundsatzbeschluss dafür gefasst, einen Leitbildprozess für dieses Gebiet zu beauftragen.

FP-Obmann will Wohnraum schaffen

„Diese Forderungen sind mehr denn je berechtigt“, greift der ehemalige FP-Obmann Gerald Moll das Thema wieder auf. Denn derzeit stehe die Stadt in Verhandlungen mit der Asfinag, „eine Unterführung müsste beim Ausbau der A22 berücksichtigt werden“, macht er klar.

Dadurch wäre auch der Weg für Wohnbau in diesem Gebiet geebnet, so Moll. „Es wird ständig in der Stadt gebaut, kein Grashalm und schon gar kein Baum bleibt mehr über. Das ist mir unerträglich“, macht er klar. Nahe dem Bahnhof könnte neuer Wohnraum entstehen, ohne die Möglichkeiten in der Stadt weiter auszureizen, auch für mehr Grünanlagen wäre dann Platz.

Hohe Lärmbelastung ist für ihn dabei kein Argument: „Neue Wohnbauten sind mit luftdichten Fenstern ausgestattet, die maximalen Lärmschutz bieten. Außerdem gibt es in Stockerau keinen Verschub der Züge mehr, was viel Lärm bereitet hat“, so Moll, der selbst in unmittelbarer Nähe der Gleise wohnt.

Gründe gehören der ÖBB

VP-Stadtchefin Andrea Völkl kann den Ideen für das Bahnhofsviertel viel abgewinnen: „Das sind schöne Projekte, die für die Stadt auch wertvoll wären. Aber die Entscheidungen darüber obliegen nur zu einem kleinen Teil der Stadt“, erklärt sie. Die Gründe, auf denen neuer Wohnraum entstehen könnte, seien im Beisitz der ÖBB. Eine Unterführungslösung wurde im Zuge der A22-Verhandlungen angesprochen, sei aber aus Sicht der Asfinag keine Option. „Diese Ideen sind für uns noch ganz weit weg“, macht die Stadtchefin bewusst.

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