Rücktritt: "Bin nicht der Richtige". Nach enttäuschendem Wahlergebnis zieht sich ÖVP-Bürgermeister Leopold Wimmer aus der Politik zurück.

Von Veronika Löwenstein und Christian Simon. Erstellt am 03. Februar 2015 (07:51)
NOEN, Löwenstein
Nicht mehr an der Ortsspitze: Niederhollabrunns Bürgermeister Wimmer legte sein Amt zurück.
VP-Bürgermeister Leopold Wimmer wird nicht als Bürgermeister kandidieren und sich gänzlich aus der Politik zurückziehen.

„Ergebnis war schon ein harter Rückschlag“

Das enttäuschende Ergebnis der ÖVP bei der Gemeinderatswahl am 25. Jänner war für ihn ein klares Zeichen. So verlor die Fraktion nicht nur etwa 15 Prozent der Stimmen, sondern auch zwei Mandate und damit die absolute Mehrheit.

„Die Entscheidung, zu gehen, habe ich noch am späten Wahltag getroffen. Vielleicht nehme ich das Ergebnis zu persönlich, aber es war schon ein harter Rückschlag“, äußert sich Wimmer.

„Die Bevölkerung hat für mich entschieden“

Er legt alle Ämter nieder und will von Politik in nächster Zeit nichts wissen. „Die Bevölkerung hat für mich entschieden, dass ich nicht der Richtige für diesen Job bin“, erkennt er.

„Die Entscheidung, zu gehen, habe ich noch am späten Wahltag getroffen. Vielleicht nehme ich das Ergebnis zu persönlich, aber es war schon ein harter Rückschlag“, äußert sich Wimmer. Er legt alle Ämter nieder und will von Politik in nächster Zeit nichts wissen. „Die Bevölkerung hat für mich entschieden, dass ich nicht der Richtige für diesen Job bin“, erkennt er.

Opposition: Verständnis für Niedergeschlagenheit

Die Opposition kann seinen Rücktritt nachvollziehen. „Nach dem Wahlergebnis ist es ein verständlicher Schritt. Ich wünsche Wimmer auf jeden Fall alles Gute“, äußert sich beispielsweise René Kleinhappl (FPÖ).

ÖVP-Parteiobmann Jürgen Duffek soll nun als Wimmers Nachfolger für die Volkspartei in das Rennen um den Bürgermeister-Posten der Marktgemeinde Niederhollabrunn geschickt werden.

Auch er hat Verständnis für Wimmers Niedergeschlagenheit: „Ich verstehe, dass man gerade als Bürgermeister nach so einem Ergebnis sehr deprimiert ist. Wimmer hat auf jeden Fall noch ein wenig Bedenkzeit, aber es ist seine persönliche Entscheidung.“ Jürgen Duffek war bereits 1999 bis 2003 ÖVP-Gemeinderat in Niederhollabrunn und arbeitet als Lehrer im Bezirk Tulln.

Die Vorbereitungen für die neue Legislaturperiode laufen laut Duffek schon auf Hochtouren. „Umstellungen in der Verwaltung und im Gemeinderat sind geplant. Wichtig ist auch die Aufarbeitung der Vergangenheit, und einen Kassasturz halte ich für notwendig“, erklärt der ÖVP-Obmann und Bürgermeister-Anwärter.

Kooperationsgespräche werden derzeit geführt

Sowohl die Volkspartei, die durch den Verlust der Absoluten auf eine Kooperation angewiesen ist, als auch die Liste Schachel (LSP), die SPÖ und die FPÖ suchen derzeit den Dialog mit den jeweils anderen Fraktionen.

„Wir arbeiten gerade ein praktisches Programm aus und werden unsere Punkte dann in einzelnen Verhandlungen mit den anderen Parteien vergleichen, um einen idealen Partner zu finden“, erklärt Rudolf Malanik, Obmann der SPÖ.

Über Tendenzen und genauere Inhalte halten sich die Fraktionen aber noch bedeckt. „Wir gehen offen in die Gespräche und werden sehen, was dann dabei herauskommt. Bis dahin wollen wir noch nicht mehr dazu sagen“, gibt sich auch LSP-Obmann Johannes Schachen zurückhaltend.