Knalleffekt: Aus für Waldfriedhof am Bisamberg

Erstellt am 24. Juni 2022 | 10:53
Lesezeit: 2 Min
Baumfällungen
Baumfällungen hatten im Zuge der Errichtung des Waldfriedhofs zu heftigen Protesten geführt.
Foto: Mikysek
Aufgrund der anhaltenden Anrainerproteste nehme man von dem Projekt Abstand, begründet das Stift Klosterneuburg als Grundbesitzer.
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Das Stift Klosterneuburg wird den geplanten Waldfriedhof im Klosterwald am Bisamberg nicht realisieren. Das hat Pressesprecher Walter Hanzmann am Freitagvormittag auf NÖN-Anfrage mitgeteilt: "Das Stift Klosterneuburg trägt der Anrainer-Ablehnung Rechnung und nimmt unter den gegebenen Voraussetzungen von der Einrichtung eines Waldfriedhofs am Bisamberg Abstand", so Hanzmann wörtlich. 

Wie berichtet, haben Anrainer das Projekt eines Urnenfriedhofs in dem Natura-2000-Gebiet bekämpft und die Initiative "Erhalt der Naturschutzregion Bisamberg" gegründet. Dem Protest hat sich die Umweltinitiative LELOG angeschlossen, die schon den Standort des Postverteilerzentrums in Langenzersdorf verhindert hat. 

"Komplett durchgeknallte Idee" Umweltanwalt Wolfgang List

Erst diese Woche hatte LELOG bekanntgegeben, dass man mit Umweltanwalt Wolfgang List einen prominenten Unterstützer im Kampf gegen das Projekt gefunden hat. List urteilte über das Projekt: "Das ist eine komplett durchgeknallte Idee, einen Waldfriedhof in ein Natura-2000-Projekt zu stellen."

Die Entscheidung, das Projekt ad acta zu legen, sei gefallen, weil man keinen gemeinsamen Weg mit den Anrainern finden konnte, heißt es vom Stift.  "Waldfriedhöfe sollen ein Ort der Ruhe, des Friedens und der Besinnung sein, was auch die Einbindung von Anrainern und einen möglichst großen Konsens mit ihnen voraussetzt. Im Zuge der Planungen für die Einrichtung eines Waldfriedhofes am Bisamberg haben Anrainer ihr Unbehagen gegenüber diesem Vorhaben geäußert. Das Stift Klosterneuburg hat sich im Zuge einer Aussprache mit Anrainer-Vertretern darum bemüht, die vorgebrachte Kritik zu entkräften und einen gemeinsamen Weg zu finden. Obwohl alle behördlichen Genehmigungen vorliegen und ergänzend eine freiwillige Prüfung einer Naturverträglichkeitserklärung durch die Landesumweltanwaltschaft angeboten wurde mussten wir feststellen, dass die Differenzen nicht zu überbrücken waren“, erklärt Hubertus Kimmel, Forstleiter des Stiftes Klosterneuburg.

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