Neustart für die Burgtaverne in Leobendorf. Nach dem Absprung der früheren Betreiberin übernimmt nun eine Gastro-Familie aus Wien.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 15. Mai 2020 (18:04)
Neue Herrin über die Taverne ist die 27-jährige Nicole Bauer.
privat

Bald wird die Taverne bei der Burg Kreuzenstein wieder die Pforten öffnen. „Wir haben vor, am 2. Juni aufzusperren“, erklärt der neue Pächter, Ferdinand Bauer aus Wien. „Es ist schön, dass gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit jemand mit der Burgtaverne weitermachen will“, freut sich Burgherr Hans Christian Wilczek.

Mit Bauer steigt ein erfahrener Lokalbetreiber ein: „Wir sind eine Gastrofamilie seit 1907, als der Urgroßvater das erste Lokal aufgemacht hat.“ Aktuell hat die Familie vier Betriebe, darunter das Café Schönbrunn und das Café Volkstheater, beide in Wien. Derzeit wird noch an der Einrichtung gearbeitet, denn „alles, was nicht niet- und nagelfest ist, war weg“, beschreibt Bauer die Situation. Er hat aber genug Einrichtung von anderen Lokalen. Die Gäste werden künftig auf originalen Thonet-Sesseln sitzen können.

Hausmannskost auf der Speisekarte

Zum Start werden ein Stock und der Außenbetrieb geöffnet, die Speisekarte soll traditionell werden. „Wir wollen österreichische Hausmannskost bieten, ich habe hunderte Rezepte dazu“, verspricht Bauer. Den Wein liefert ein Cousin aus Ebenthal.

Die Leitung des Lokals übernimmt Bauers Tochter Nicole. „Ich finde das spannend, für mich ist die Burgtaverne eine neue Herausforderung“, erklärt die 27-Jährige. Wie ihre Geschwister ist auch sie in den Gastro-Betrieben des Vaters groß geworden. Für die Taverne stellt sie sich als Angebot zum „normalen“ Betrieb auch Thementage vor. Das Personal wird dabei der Gegend angepasst gekleidet sein, also Dirndl und „Lederne“.

Sollten im Bereich der Burg Dreharbeiten stattfinden, freuen sich Vater und Tochter schon darauf. „Catering ist kein Pro blem, das haben wir oft gemacht! Ich habe auch nichts gegen ein zusätzliches Einkommen“, freut sich Ferdinand Bauer auf Filmteams. „Ich sehe der Mehrarbeit durch Dreharbeiten gelassen entgegen“, versichert auch Nicole Bauer.

Nachdem die geplanten Dreharbeiten zu „The Quest“ wegen des Coronavirus auf Eis gelegt wurden, sei es auch aus wirtschaftlicher Sicht nötig, das Lokal nach dem Absprung der früheren Pächterin bald zu eröffnen, so Wilczek. Die Burg wird schon in wenigen Tagen wieder eröffnet. In der Taverne muss vorher eine neue Gastroküche eingebaut werden. Die letzte hatte Wilczek im Jahr 2004 finanziert, nach jedem Pächterwechsel fehlten Teile. Die neue Ausstattung bringt diesmal Pächter Ferdinand Bauer mit.

Glücklich über den neuen Pächter ist auch Leobendorfs ÖVP-Bürgermeisterin Magdalena Batoha: „Es ist schön, wenn das einzige Wirtshaus, das wir im Ort haben, wieder aufsperrt.“ Nicht nur für Ausflügler, auch für Ortsansässige sei das interessant.