Weiter Warten auf Schranken für Korneuburger P&R. Pendler beklagen, dass sie keinen Parkplatz finden. ÖBB versprechen seit Jahren Zutritts-System.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 27. November 2019 (06:01)
Sogar an einem Sonntagvormittag findet man in der ersten Etage der P&R-Anlage am Bahnhof keinen freien Parkplatz mehr.
Preineder

Seit Jahren wartet die Stadt auf ein Zutritts-System bei der P&R-Anlage am Bahnhof, um den Dauerparkern Herr zu werden. Doch die ÖBB machen wenig Hoffnung auf eine baldige Realisierung. „Es ist eine Einigung mit allen anderen Öffi-Anbietern notwendig“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif die Schwierigkeit.

„Wir erwischen immer wieder schwarze Schafe“

Die Parkanlage beim Bahnhof platzt trotz provisorischer Erweiterung aus allen Nähten. „Selbst wenn ich um 6.30 Uhr in der Früh kommen, gibt es kaum noch Parkplätze“, schildert ein Pendler aus Niederleis. Ein Blick ins Parkdeck am letzten Sonntag um 10 Uhr Vormittag zeigt: In der ersten Etage ist kein Parkplatz mehr frei. Wird die P&R-Anlage trotz Kontrollen weiter von Dauerparkern genutzt?

Bauamtsleiter Wolfgang Schenk ist sich sicher, dass es weniger Dauerparker gibt, als der Eindruck vermuten lassen würde. Es gäbe schließlich auch viele Schichtarbeiter und Menschen, die auch am Wochenende arbeiten. In regelmäßigen Abständen führt der Korneuburger Sicherheitsdienst bei der Ein- und Ausfahrt Fahrscheinkontrollen durch. Denn die Parkflächen dürfen nur von Benutzern öffentlicher Verkehrsmittel in Anspruch genommen werden. Das Ticket muss bis zur Ausfahrt aufgehoben werden, andernfalls droht eine Strafe in der Höhe von 50 Euro.

„Wir erwischen immer wieder schwarze Schafe, aber der Anteil ist relativ gering“, war sogar Schenk überrascht. Seit etlichen Jahren kündigen die ÖBB bereits eine Schrankenanlage an, umgesetzt wurde sie bisher nicht. Zuerst hieß es, es scheitere am erforderlichen Code „Der befindet sich mittlerweile aber auf allen Tickets“, schüttelt der Bauamtsleiter über die Verzögerung den Kopf.

Bei den ÖBB verweist man auf „laufende Gespräche“. Dabei gibt es bereits Pilotprojekte mit Zugangs-Systemen. „Grundsätzlich soll und wird vom System her das Zugangs-System von Wels zur Anwendung kommen“, bestätigt Seif. Man verhandle mit dem VOR hinsichtlich einer landesweiten Regelung unter Einbindung der verschiedensten Öffis mit unterschiedlichsten Fahrscheintypen.

Tatsache ist, dass die P&R-Anlage – nicht zuletzt wegen des Viertelstundentakts – vermehrt genutzt wird. In den nächsten fünf Jahren plant die Stadt daher eine Erweiterung der Anlage um 200 bis 250 Stellplätze. Auch eine Aufstockung des Parkplatzes auf der anderen Bahnhofseite sei eine Option, so der Bauamtsleiter.