Wieder Wirbel in der Langenzersdorfer SPÖ. Austrittsschreiben ist für SPÖ aufgrund unterschiedlicher Datierung „verfälscht“.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 15. Januar 2020 (04:26)
Bild aus gemeinsamen Tagen. Christoph Baumgärtel (links) schreibt nun in einem Brief von „skandalösen Vorgängen“, Ortsparteichef Wolfgang Motz (rechts) zeigt sich überrascht.
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Mitte Dezember ist der damals stellvertretende Parteivorsitzende Christoph Baumgärtel einem Rauswurf aus der SPÖ zuvorgekommen und aus der Partei ausgetreten. Er hatte mit seinen provokanten Facebook-Postings den Bogen überspannt.

Diesen Montag wandte sich Baumgärtel erneut mit einem Schreiben an die Öffentlichkeit, in dem sechs Mitglieder der SPÖ Langenzersdorf ihren Parteiaustritt bekannt geben. Kritisiert werden darin auch SPÖ-Bezirksvorsitzender Martin Peterl und der Ortsparteivorsitzende Wolfgang Motz. Die Rede ist von „skandalösen Vorgängen“ und „falschen und bewusst verbreiteten Gerüchten und Lügen“, die zum Funktionsverbot von Baumgärtel geführt hätten. Datiert ist der Brief mit Jänner 2020.

„Das ist ein Nachtreten von jemandem, der keine guten Absichten mit der Partei hat und seine neue Liste bewerben will.“Wolfgang Motz, SPÖ

Sowohl Peterl als auch Motz zeigen sich überrascht. Nicht vom Schreiben an sich, denn das ist ihnen seit Anfang Dezember bekannt. Das Originalschreiben ist auch mit Dezember 2019 datiert. Für Motz ist klar: „Das ist eine alte Geschichte und ein verfälschtes Schreiben.“ Dass der Brief, der im Dezember der Bezirkspartei zuging, jetzt lanciert wird, ist für Motz kein Zufall: „Das ist ein Nachtreten von jemandem, der keine guten Absichten mit der Partei hat und seine neue Liste bewerben will.“ Baumgärtel ist Mitbegründer der Partei „Links“, die bei der Wien-Wahl erstmals antreten will.

Peterl wundert sich vor allem über die Namen der Ausgetretenen: „Einer war nicht einmal Mitglied bei der SPÖ.“ Alle anderen seien in Wien gemeldet und nur Zweitwohnsitzer in Langenzersdorf. „Drei sind an der Adresse von Baumgärtel zweitgemeldet“, schießt der SPÖ-Bezirkschef zurück. Die NÖN wollte von Baumgärtel wissen, ob er denn der Verfasser des Schreibens sei: „Es stellt sich nicht die Frage, wer es geschrieben hat, sondern nur, wer es unterzeichnet hat“, sagt Baumgärtel.