Bald eine sechste Kindergarten-Gruppe in Spillern?. Die Gemeinde wird künftig mehr Platz für die Kinderbetreuung brauchen, darin sind sich die Parteien einig. Unterschiedliche Ansichten gibt es über den künftigen Standort.

Von Bernhard U. Wieser. Erstellt am 25. Januar 2020 (05:33)

Im Rahmen der von der Gemeinde initiierten Podiumsdiskussion der Spitzenkandidaten ging es unter anderem um das Thema Kinderbetreuung, Kindergartenzubau und Standort der neuen Volksschule. Vor rund 80 Besuchern im Gemeindesaal präsentierten die vier Kandidaten ihre Standpunkte.

„Betreuung muss ausgebaut werden“

SPÖ-Spitzenkandidat Thomas Speigner kennt die Herausforderung für die Gemeinde: „In den Kindergärten mit fünf Gruppen ist aktuell Platz für 100 Kinder. Spillern ist aber eine attraktive Zuzugsgemeinde, daher wird womöglich bald eine sechste Gruppe benötigt.“ Auch ein Konzept für die Unterbringung liegt bereits in der Schublade: „Die alte Volksschule ist 50 Jahre alt, ein Neubau muss her. Sie soll im Zentrum bleiben, und zwar auf dem Pfarrgrund mit 3.300 Quadratmetern. Die alte Schule soll zum Kindergarten werden.“

Dem Bürgermeister schwebt die Umsetzung eines Gratis-Kindergartens in Spillern vor: „Bei einem Budget von 5,5 Millionen Euro sollte die Finanzierung bei geschätzten Kosten von 35.000 Euro auf jeden Fall möglich sein.“

Mauritz Großinger (ÖVP) kritisierte grundsätzlich, dass seine Fraktion in die Entscheidungsfindung zu selten eingebunden sei. Bei der Kinderbetreuung herrsche schon lange Handlungsbedarf: „Die Betreuung muss ausgebaut werden. Es gibt viele Kinder, die nicht in Spillern in den Kindergarten gehen können, weil er zu kurze Öffnungszeiten hat.“ Speigner schaltete sich ein und erwiderte, dass sich die Gemeinde an das NÖ-Kindergartengesetz hält: „Wenn der Bedarf nicht gegeben ist, können wir nichts machen.“ Die fünf von Großinger genannten Kinder würden in Betriebskindergärten betreut werden, berichtet der Ortschef.

Volksschule: Neu oder Sanierung?

FPÖ-Gemeinderat Jakob Trimmel meinte in seiner Wortmeldung, dass die Kinderbetreuung für ihn persönlich bald Thema werden könnte, weshalb er sich viele Gedanken gemacht hätte. Der aktuelle Standort des Kindergartens ist für ihn ideal: „Beruhigte Verkehrslage, wenig Frequenz.“ Das Gebäude der alten Volksschule müsse allerdings kritisch unter die Lupe genommen werden. Die Frage würde sich stellen: Sanieren oder eine neue, moderne Gebäudestruktur schaffen?

Der Grünen-Mandatar Franz Hatzl wollte sich in dieser Frage nicht festlegen. Für ihn stellt sich aber die Frage, ob ein Schulneubau oder eine Renovierung die sinnvollere Problemlösung sei. „Ich bin in diesem Bereich kein Spezialist, daher kann ich das nicht genau sagen. Es wäre aber unbedingt die Kostenfrage für beiden Varianten zu stellen“, unterstreicht der Grünen-Kandidat.