Heid-Straße: Nein zu mehr Verkehr. Bewohnerin Christa Niederhammer kritisiert geforderte Zufahrt zu geplanter Siedlung aufs Schärfste.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:00)
Höberth
Die geregelte Kreuzung am Ende der Heid-Straße ist für Christa Niederhammer nur eines von vielen Gefahrenpotenzialen.

Es ist ein Dominoeffekt: Die Bewohner der Johann-Strauß-Promenade fürchten den Verkehr, der durch die geplanten Ansiedelungen hinter dem Straßenzug entstehen könnte. Sie wünschen sich daher, dass die Autos stattdessen durch die Promenade bei der Heidfabrik abgeleitet werden (die NÖN berichtete). Ganz anders sieht man das jedoch in der Nikolaus-Heid-Straße: Denn noch mehr Verkehr durch das neue Wohngebiet möchte man nicht akzeptieren.

Viele zu schnell unterwegs

„Die Bewohner hier wissen, in welcher Straße sie wohnen und dass es hier Verkehr gibt“, betont Christa Niederhammer, Bewohnerin der Heid-Straße und ehemalige VP-Vizebürgermeisterin. Die Route sei ein wichtiger Zubringer zur Autobahn und Richtung Ernstbrunn. Das sei jedoch kein Grund, den Bewohnern noch mehr Verkehr zuzumuten. Schon gar nicht, da sich hier mehrere Gefahrenpotenziale aneinanderreihen:

„Grundsätzlich ist die Straße lang und schnurgerade. Das verleitet zu hoher Geschwindigkeit“, weiß Niederhammer. Besonders an der geregelten Kreuzung zur Eduard-Rösch-Straße würden viele Schwung aufnehmen, um noch rechtzeitig die Grünphase zu erwischen, wobei ein Abbiegen nach links jedoch ohnehin meist erst bei Gelb oder Rot möglich wäre. „Hier hätte es einen Kreiverkehr gebraucht“, ist Niederhammer überzeugt.

„Die Heid-Straßler sind sicher keine, die meckern. Aber nur weil wir mit der Realität leben, muss man uns nicht weiter belasten.“ Christa Niederhammer

Ganz abgesehen davon ist die Ostseite der Straße tagtäglich verparkt, auch Ladearbeiten werden hier vorgenommen. An der Kreuzung zur Fuchsgasse gibt es zwar einen Zebrastreifen, dieser sei jedoch nur schlecht zu erkennen. „Obwohl viele Schüler den Übergang nutzen“, schüttelt Niederhammer den Kopf. Den Schwerverkehr bringt vor allem die Hackschnitzelanlage am Heidberg mit sich.

„Die Heid-Straßler sind keine, die dauernd meckern. Aber nur weil wir mit der Realität leben, muss man uns nicht noch weiter belasten“, ist für Niederhammer das Maß voll. Sie hat schon lange den Eindruck: „Was im Osten von Stockerau passiert, interessiert im Rathaus keinen.“

Ansuchen auf Umwidmung

Eine Reaktion, die SP-Stadtchef Helmut Laab nicht verwundert: „Ich verstehe die Leute in der Heid-Straße“, macht er klar. Es werde hier tatsächlich zu schnell gefahren, der Verkehr sei enorm. Dass das geplante Wohngebiet hinter der Strauß-Promenade eine Zufahrt zur Ernstbrunner-Straße erhält, sei derzeit allerdings nicht vorgesehen. „Die Zufahrt ist nicht Teil der Einreichpläne“, betont Laab.

Doch für die Stadt gibt es weitaus größere Pläne als nur das neue Siedlungsgebiet hinter der Strauß-Promenade, wie Laab erläutert: Auch für die Freifläche im Kreuzungsbereich der Ernstbrunner-Straße zur Heid-Straße liegt ein Ansuchen auf Umwidmung vor. „Da ist aber noch nicht klar, welche Form von Wohnbau entstehen soll“, so Laab. Dieses Projekt ist ebenso wie die Umwidmungen in der Strauß-Promenade Teil eines größeren Pakets, das am 15. Fe-bruar in der Gemeinderatssitzung zur Diskussion stehen wird.