Pensionist soll Enkelin missbraucht haben. Schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen hat die Staatsanwaltschaft Korneuburg in einem Prozess am Mittwoch einem knapp 63-Jährigen angelastet.

Von NÖN-Redaktion, APA. Erstellt am 02. Juli 2014 (13:05)
Er soll zwischen 2005 und 2010 seine damals zehn- bis 15-jährige Enkelin mehrmals belästigt haben, einmal durch Penetration mit den Fingern sowie durch Onanieren. Der Mann zeigte sich nicht geständig, er hielt die Anschuldigungen für "erfunden".

Schwägerin berichtete von "Grapschereien" in der Familie

Der Angeklagte sprach von einem guten Verhältnis zu dem Mädchen, das als Kind öfter bei den Großeltern übernachtet habe - im Ehebett, weil es keine andere Möglichkeit gegeben hätte. "Ich hab' ihr nichts getan", beteuerte er.

In ihrem Teenageralter sei der Kontakt naturgemäß weniger geworden. Seit der Anzeige im vergangenen November hätten Enkelin und Tochter, die laut Staatsanwalt Christian Pawle ebenfalls von Übergriffen in ihrer eigenen Kindheit sprach, den Kontakt abgebrochen. Auch die Schwägerin habe laut Pawle in ihrer Kindheit Derartiges erlebt, auch von "Grapschereien" im Familienkreis war die Rede.

Ehefrau des Angeklagten hält Anschuldigungen für "falsch"

Der Beschuldigte vermutete hinter den Anschuldigungen der drei Frauen "Eifersucht", zum einen auf das nun zweijährige Kind seines Sohnes, und seitens seiner Tochter, weil er seinem Sohn (ihrem Bruder) mehr beim Hausbau geholfen hätte. "Sie glauben an ein Komplott?", fragte Pawle und hielt dem entgegen, dass Tochter und Schwägerin laut ihren Aussagen bei der Polizei ihren Partnern schon vor Jahren von den Übergriffen erzählt hätten.

Während der Befragung des Opfers wurde die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Ob es danach ein Urteil geben wird, war zunächst nicht bekannt.

Zuvor hatten entferntere Familienangehörige ausgesagt, die "nichts" in diese Richtung bemerkt hatten. Für die Ehefrau des Angeklagten seien die Anschuldigungen "falsch". Ihre Tochter habe sich nie irgendwie auffällig verhalten, sprach sie von einem "normalen Familienleben". Der Sohn gab an, dass ihn die jetzige Situation sehr belaste.